Dfb hält die klappe: köster kritisiert schweigen bei wm
Ein Aufschrei aus der Fußballwelt: Während die Welt auf die WM-Spiele in Nordamerika wartet, sorgt ein Entschluss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für heftige Kritik. Keine politischen Statements, kein Engagement – so das vorläufige Kalkül. Doch der Chefredakteur von 11 Freunde, Philipp Köster, hält das für einen fatalen Fehler, wie er in einer aktuellen Diskussionsrunde betonte.

Der fußball ist nie unpolitisch
Köster argumentiert, dass Sport und Politik untrennbar miteinander verbunden sind. „Fußball ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“, so Köster. „Er kann und muss eine Vorbildfunktion übernehmen und sich zu relevanten Themen positionieren.“ Die Entscheidung des DFB, vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada einen Politik-Maulkorb zu verhängen, sei daher ein Zeichen von Feigheit und mangelndem Weitblick. „Es gibt keinen politikfreien Sport“, betonte Köster nachdrücklich.
Besonders brisant ist die politische Lage in den USA, dem Hauptgastgeber der WM. Die Regierung von Präsident Donald Trump wird für ihre autoritären Tendenzen und restriktive Einwanderungspolitik kritisiert. Der Fall von Haitianern, denen die Einreise verweigert wurde, zeugt von einer erschreckenden Realität, die der Fußball nicht ignorieren darf.
Rudi Völler, DFB-Sportdirektor, hatte zwar zu Zurückhaltung aufgerufen und vor einem „Verderben des Geschäfts“ gewarnt, doch Köster sieht darin lediglich einen Vorwand, um unbequeme Themen zu vermeiden. Die Vorfälle in Katar, wo deutsche Spieler demonstrativ den Mund zuhielten, sollen nicht wiederholt werden, aber das bedeutet nicht, dass der DFB seine Verantwortung als moralischer Kompass abgeben darf.
Die anstehende WM mit 48 Teams verspricht ein Fußballfest zu werden. Doch Köster warnt: „Wenn der Fußball seine Stimme schweigt, verliert er einen Teil seiner Glaubwürdigkeit.“ Es liegt an den Funktionären, den Spielern und den Fans, dafür zu sorgen, dass die WM nicht zu einer Farce wird und dass die Werte des Sports – Fairness, Respekt und Toleranz – im Mittelpunkt stehen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der DFB seine Meinung ändert und doch noch eine klare Haltung zu den politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der WM einnimmt. Ein Schweigen, das so laut schreit wie die Kritik von Köster, kann nicht ewig dauern.
