Tuchel wirft arsenal heimliche verletzten-flucht vor – acht engländer fallen aus

Thomas Tuchel schaut auf das leere Trainingsfeld und spürt den Druck. Heute Abend, 20.45 Uhr live auf DAZN, soll sein englisches B-Team gegen Japan antreten – doch von den A-Kräften fehlt jede Spur. Acht Profis haben abgesagt, drei von ihnen nach Arsenal-Muster: Saka, Rice, Madueke. Der Bundestrainer formuliert, was viele denken: „Das sieht verdächtig aus.“

Die arsenal-connection: fünf ausfälle in zehn tagen

Saliba, Gabriel, Eze, Ödegaard, Timber – alle standen zuletzt auf der Unverkäuflich-Liste von Mikel Arteta. Nun stehen sie auf der Nicht-Reise-Liste ihrer Nationalteams. Die Chronologie ist brisant: erst meldete sich William Saliba wegen Knöchelproblemen ab, dann Gabriel mit Knie-Reizung, kurz darauf Eze mit Wadenstrang, schließlich Ödegaard und Timber. Fünf Ausfälle, ein Verein, ein Ziel: Titel.

Die Liga-Spitze, das Achtelfinale im FA Cup, das Achtelfinale in der Champions League – drei Fronten, null Toleranz. Wer sich da freiwillig der FIFA-Vorschrift unterwirft, riskiert Muskelbündelrisse und Saison-Aus. Arteta rechnet kalt: Ein Spieler, der im März für England 90 Minuten läuft, kann im Mai in Rom nicht rennen.

Tuchel zieht die notbremse – und trifft sich selbst

Tuchel zieht die notbremse – und trifft sich selbst

„Saka und Rice wollten unbedingt ran“, sagt Tuchel, „aber das Risiko war zu groß.“ Ein Satz, der nach hinten losgeht. Denn genau das behauptet auch Arsenal: Das Risiko sei zu groß. Die Folge: England tritt heute mit einem Team an, das eher an ein Sommer-Länderspiel 2014 erinnert – damals schickte Roy Hodgson seine C-Elf nach Brasilien und verlor 0-1 gegen Deutschland. Die Parallelen sind unangenehm.

Gabriel Agbonlahor, selbst einst Opfer des Klub-Country-Konflikts, schlägt mit der Faust auf dem Tisch: „Wenn ich Harry Kane wäre, würde ich im Kader sagen: Jungs, wir wollen keine Rückkehr zu den schwarzen WhatsApp-Gruppen von damals.“ Die Anspielung trifft. 2014 ließen sich Stars wie Rooney & Co. per Privatchat entschuldigen, die Presse redete von „friendly-itis“. Jetzt heißt es „knie-itis“ – und die Diagnose kommt aus London, nicht aus der Kabine.

Die stille vor dem sturm

Die stille vor dem sturm

Arsenal führt die Premier League mit 64 Punkten, zwei mehr als Liverpool, drei mehr als Manchester City. Die nächsten fünf Wochen entscheiden über Salat-Schüsseln und Saison-Träume. Für Tuchel bleibt nur die Erkenntnis: Er kann nicht gewinnen. Spielt er die Ersatzleute, lautet die Kritik: „England schickt den zweiten Rang.“ Spielt er keine Arsenal-Profis, lautet der Vorwurf: „Der Klub zieht die Fäden.“

Die Wahrheit liegt im MRT. Knöchel, Knie, Waden – alles dokumentiert, alles medizinisch begründet. Und doch riecht es nach Strategie. Denn wer im März schont, hat im Mai die Beine frei. Die Frage ist nicht, ob Arsenal unsportlich handelt. Die Frage ist, warum die FIFA keinen Termin findet, der Klub und Country gleichermaßen entlastet. So bleibt Tuchel mit einem halben Kämpfer-Team zurück – und Japan freut sich über ein Geschenk, das keiner wirklich wollte.

Am Ende zählt eine Zahl: 8. Acht englische Spieler fehlen, acht Wochen vor dem EM-Auftakt. Die Uhr tickt. Für Tuchel. Für Arsenal. Für England.