Harry kane droht neuer ausfall: bayern-rekordstürmer verletzt sich im länderspieltraining
Schlagartig verstummte das Jubelgedröhn. Harry Kane rutschte beim englischen Abschlusstraining aus, hielt sich die Hüfte – und schon wissen die Bayern-Anhänger, dass der nächste Puls steigt. Der 31-Jährige fällt für das Testspiel gegen Japan aus, die FA spricht von einer „leichten“ Blessur. Doch wer die Vorgeschichte kennt, weiß: bei Kane ist „leicht“ ein relatives Kompliment.
Prellung oder doch mehr? teamärzte untersuchen den knipser
Der Stürmer blieb in St. George’s Park, stieg nicht in die Maschine nach München. Stattdessen steht er unter Dauerbeobachtung der englischen Mediziner. Erste Informationen deuten auf eine Hüftprellung hin – das klingt harmlos, kann aber bei einer Rotation im Sprunggelenk Entzündungen und Ausfallzeiten nach sich ziehen. Für Rekordjäger Kane wäre das ein düsteres Déjà-vu: Anfang März fehlte er wegen einer Wadenverletzung, nun die nächste Zwangspause kurz vor dem Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid.
Bayern-Coach Thomas Tuchel plante mit Kane als Zentralpunkt seiner Druckmaschine. Ohne ihn droht erneut der Staffelstab an Mathys Tel oder Eric Maxim Choupo-Moting zu übergeben – beide talentiert, aber nicht kaltschnäuzig wie der 36-Tore-Mann. Die Statistik spricht Bände: In den 29 Partien mit Kane erzielte der FC Bayern 2,4 Tore pro Spiel; in den fünf Spielen ohne ihn nur 1,6.

Die angst vor dem dominoeffekt wächst
Die Timeline wird zum Gegner. Am Samstag Liga-Auswärtsspiel in Freiburg, drei Tage später das Duell mit Real. Wenn Kane dort nicht in der Startelf steht, verliert München nicht nur 35 Prozent seiner Torgefahr, sondern auch seine erste Pressing-Linie. Der Gegner weiß das. Ancelotti hat seine Scouts bereits angewiesen, Szenario-Karten für ein Bayern ohne Neun zu entwerfen.
Ein Novum wäre ein Frühstart der Sommerplanung. Laut Vereinskreis könnte ein längerer Ausfall die Verantwortlichen zwingen, schon im April interne Transferlisten zu aktualisieren. Teuer, unbequem – aber nötig, wenn die Champions-League-Trophäe das Ziel bleibt.
Die Botschaft aus der Kabine klingt nach Ablenkungsmanöver: „Wir warten die Untersuchung ab.“ Doch hinter verschlossenen Türen sickert durch, dass die medizinische Abteilung intern von „mindestens einer Woche“ spricht. Das würde das Madrid-Spiel streifen – und den Traum vom ersten Titel seit 2020 in weite Ferne rücken.
Bayern braucht ihren Torfahrer. Kane braucht sein Fitness-Ikone. Und der Fußball braucht diese traurige Serie von Superstars, die sich auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt selbst abfangen. Die Uhr tickt, die Hüfte schmerzt – und irgendwann fragen sich alle, ob 120 Millionen Euro Ablöse auch ein medizinisches Abbo beinhalten.
