Tresoldi schießt die dfb-elf nach vorn – griechenland-krimi steht an
3:0 gegen Nordirland, 15 Punkte auf dem Konto und jetzt der Showdown in Athen: Nicolò Tresoldi hat die deutsche U21 mit zwei eiskalten Treffern (11., 41.) zurück in die Spur geschossen, ehe Nelson Weiper in der Nachspielzeit den Deckel draufmachte. Die Qualifikation für die EM 2027 lebt – doch der Gruppensieg wird erst am Dienstag entschieden.
Warum das hinspiel jetzt wie ein klotz im magen liegt
Antonio Di Salvo kennt die Rechnung: Sieg in Griechenland und Deutschland rückt auf Platz eins vorbei, weil dann der Direktvergleich stimmt. Die 2:3-Pleite im Oktober in Halle steckt noch in den Knochen. Die Elf musste damals drei Gegentore in 20 Minuten hinnehmen – ein Blackout, der jetzt die Gruppenphase dramatisch macht.
Tresoldi indes profitiert von einem Startplatz, den sich keiner erhofft hatte. Der Stürmer war in Braunschweig der Mann im richtigen Moment: erst per Elfmeter, dann per Kopf nach Ullrich-Hereingabe. 21 Jahre, drei Länder im Pass, 17 Tore in 48 Partien für Club Brügge – und trotzdem kein Anruf von Julian Nagelsmann. Die Zahlen schreien förmlich nach einer Erklärung.

Die ziehung der playoffs verdammt fast alle zweitplatzierten
Nur der beste Gruppenzweite darf direkt einziehen, die restlichen acht müssen in die Relegation. Die deutsche Auswahl hat mit 15 Punkten und +11 Toren die besten Karten, doch ein Unentschieden in Athen würde sie vermutlich auf Rang drei der zweitplatzierten Teams rutschen lassen – und damit in die heiße Playoff-Lotterie.
Said El Mala formuliert es nüchtern: „Wir wissen, was Griechenland kann.“ Das weiß auch Di Salvo. Sein Kader schwankt zwischen jugendlicher Leichtigkeit und der Last der Pflicht. Die 3:0-Ausbeute gegen Nordirland war effizient, aber kein Feuerwerk. Es reichte – mehr nicht.
Die U21 muss nun in einem fremden Stadion, vor gegnerischen Ultras und unter Flutlicht beweisen, dass sie bereit ist für Albanien und Serbien 2027. Ein Sieg, und die Tabelle kippt. Eine Niederlage, und die Saison endet im November mit einem bangen Blick auf die Playoff-Auslosung. Für Tresoldi, für Weiper, für alle: Die nächsten 90 Minuten schreiben das Kapitel, das niemand vorzeitig zuenden will.
