Tresoldi-doppelpack schießt u21 richtung em: griechenland sind im visier

Nicolò Tresoldi stellt sich einfach vor den Ball und schiebt die Nerven der 9.312 Zuschauer im Eintracht-Stadion mit. Elf Minuten sind gespielt, der Italiener mit deutschem Pass zirkelt den Elfmeter oben rechts ins Netz – und der Startschuss für einen Abend fällt, der am Ende ganz nach Plan aussieht: 3:0 gegen Nordirland, Spitzenreiter Griechenland nur noch einen Zähler entfernt, EM-Ticket zum Greifen nah.

Tresoldi trifft doppelt – und hadert trotzdem

Kurz vor der Pause legt er nach, Kopfballvorlage von Lukas Ullrich, Fünf-Meter-Direktabnahme, 2:0. Sein sechster Treffer im sechsten Quali-Spiel, eine Quote, die selbst Sturm-Kollegen der A-Nationalmannschaft neidisch macht. Doch der 21-Jährige pfeift nach Abpfiff nicht auf Selbstlob. „Wir müssen früher das 3:0 machen, wir hatten Chancen en masse“, sagt er und meint damit Said El Mala, der den Dropkick knapp verpasst, und Mert Kömür, dessen Schlenzer ans Lattenkreuz klatscht.

Die Wahrheit: Deutschland dominiert, aber verpasst die Vorentscheidung. Die Folge: Nordirland kommt zurück, Mackenzie Kirk scheitert an Mio Backhaus, Eoin Kenny zielt zu hoch. Zehn Minuten lang wird es richtig eng, ehe Nelson Weiper in der 90. Minute den Deckel draufmacht – wieder Ullrich-Vorlage, wieder ein Kopfball, diesmal vom Joker.

Di salvo sieht die geduld schwinden

Di salvo sieht die geduld schwinden

Antonio Di Salvo wischt sich nach dem Spiel das Haar aus der Stirn. „Erste Halbzeit gut, zweite Halbzeit haben wir die langen Bälle wegverteidigt“, sagt er, aber die Stimme wird schärfer, wenn er die Offensive erwähnt: „Geduld fehlt.“ Gemeint ist: zu vige Hektik, zu viele Halbfeld-Schlenzer, zu wenig Kombination bis in den Strafraum. Die Statistik liefert ihm Recht: 17 Torschüsse, nur sechs auf das Tor – ein Verhältnis, das gegen stärkere Gegner bestraft wird.

Am Dienstag wartet Griechenland, das Hinspiel ging 2:3 verloren. Revanche würde die DFB-Auswahl an die Spitze der Gruppe F katapultieren. Dann folgen Lettland, Malta, Georgien – alles Spiele, die laut Tresoldi „nur gewonnen werden dürfen, wenn wir wirklich nachlegen“.

Die Botschaft ist klar: Der Sieg glänzt, aber der Makel bleibt. Die U21 jagt die EM, doch ohne effizienteren Abschluss wird selbst eine Gruppe mit vermeintlichen Kleinen zur Geduldsprobe. Noch vier Quali-Spiele, noch vier Finals – und Tresoldi hat bereits angekündigt, dass er sich für jeden einzelnen „neue Nerven kaufen“ wird. Die Rechnung geht auf, wenn die Chancen nicht länger nur das Spielfeld verlassen, sondern das Netz küssen.