Trapani droht absturz auf -25: gericht weist einspruch ab, nächste punktstrafe läuft

Das Tribunal hat gesprochen – und Trapani kassiert das nächste Eigentor im Klassiker der italienischen Amateurfußball-Justiz. Am frühen Samstagabend wies der Berufungssenat beide Anträge des Serie-C-Klubs aus Sizilien ab: weder die sofortige Rücknahme der fünf Minuspunkte wegen Steuerschulden noch die Klage der FIGC-Staatsanwaltschaft auf sofortige Auslosung aus dem Turnier blieben erfolgreich. Ergebnis: Die Tabelle der Gruppe C bleibt vorerst unverändert, doch die Bombe tickt weiter.

Der termin morgen kann trapani auf -25 abrutschen

Der termin morgen kann trapani auf -25 abrutschen

Denn bereits am Montag (31. März) steht der Verein von Präsident Giuseppe Antonini erneut vor dem Tribunale Nazionale di Arbitrato per lo Sport (Tfn) – und diesmal geht es um dieselbe Deliktsvariante, nur zwei Monate später. Fehlende Zahlung der zweiten Rate von IRPEF- und INPS-Beiträgen, Frist 16. Februar, wiederholtes Vergehen. Nach dem heutigen Präzedenzfall dürfte das Gericht erneut fünf Punkte abziehen, was Trapani auf Minus 25 katapultieren und gemeinsam mit dem abstiegsbedrohten Siracusa auf den letzten Platz drücken würde.

Die Verteidigung verlässt sich weiterhin auf eine aufschiebende Wirkung der Steuerbescheide, die eine regionale Finanzkommission am 12. Februar erlassen hat. Ob diese rechtliche Hintertür ausreicht, das dritte Minus in Folge zu verhindern, wird sich binnen 24 Stunden zeigen. Ein zweites Argument, die Rücknahme der ersten acht Minuspunkte, wies das Gericht als „unzulässig“ zurück – ein Schlag ins Kontor für die Clubjuristen.

Die Konsequenz: Trapani muss mindestens bis zur morgigen Entscheidung um den Klassenerhalt zittern. Die restlichen sieben Spieltage genügen kaum, um ein Loch von 25 Punkten zu kitten. Die Fans rechnen bereits mit dem ersten Abstieg in die Serie D seit 2013, die Geschäftsführung schweigt offiziell, intern brodelt es.

Die Liga selbst will die Causa nicht kommentieren, doch hinter den Kulissen sickert durch: Weitere Strafverfahren wegen identischer Verstöße laufen bereits für die Termine Mai und Juni. Sollte sich das Muster fortsetzen, könnte Trapani theoretisch auch die -30-Marke knacken – ein Debakel ohne Beispiel in der dritthöchsten Spielklasse Italiens.

Für den Klassiker-Rivalen Palermo und die Aufstiegsaspiranten aus Catania oder Bari ist die Sache klar: Ein Konkurrent entfernt sich freiwillig aus dem Rennen. Für Trapani aber ist jedes weitere Urteil ein Schritt näher zur Amtsinsolvenz und Lizenzverweigerung. Die Uhr tickt – und mit jedem Punktabzug schwindet die Hoffnung auf ein sportliches Überleben.