Bayern trennt sich von guerreiro – der allrounder geht nach 89 spielen

Die Bayern machen Schluss. Nach drei Jahren verlässtRaphaël Guerreiro den Rekordmeister – der Vertrag wird nicht verlängert. 32 Jahre, 89 Pflichtspiele, ein Meistertitel. Ende.

Guerreiro war die schweizer taschenlampe im kader

Guerreiro war die schweizer taschenlampe im kader

Er spielte links, er spielte Mitte, er spielte, wenn sonst keiner mehr laufen konnte. In dieser Saison kam er auf 13 Bundesliga-Einsätze, drei Tore, drei Vorlagen – Zahlen, die keinen Weltmeister machen, aber einen Vertrauensanker. Weil er nie quengelte, wenn er mal wieder rechts aufrücken sollte. Weil er in der Kabine lachte, wenn andere fluchten.

Der Portugiese war 2023 ablösefrei aus Dortmund gekommen, ein Schnäppchen, gedacht als Backup, wurde aber schnell mehr: Notnagel, Systemlöser, Europameister von 2016 mit der Ruhe eines Mannes, der schon alles gesehen hat. Nun also Abgang. „Auf Raphaël war auf dem Platz immer Verlass“, sagt Sportvorstand Max Eberl, und das klingt nicht nach Standardkatalog, sondern nach echtem Bedauern. Die Gespräche, so Eberl, seien „vertrauens- und verständnisvoll“ gewesen – ein Satz, der viel aussagt und nichts. Vertrauen ist gut, Verlängerung ist besser. Letzteres gibt es nicht.

Was bleibt, ist ein Meisterjahr und die Erinnerung an einen Profi, der nie laut wurde, wenn er bankte. Der seine 89 Spiele ohne Tamtam absolvierte. Der nie zum Star wurde, aber immer da war, wenn Pep Guardiola oder Thomas Tuchel ihn brauchten. Ein Typ, wie er im Sportler-Kosmos selten geworden ist.

Wo Guerreiro im Sommer landet, ist offen. Portugal, Spanien, MLS – alles möglich. Was klar ist: Die Bayern verlieren mehr als einen Ersatzmann. Sie verlieren einen Charakter, der die Kabine stabilisierte, wenn es rumpelte. Und das ist in einer Saison, in der nichts unverändert bleibt, kein Detail, das man ignorieren kann.