Tottenham stürzt ab: tudor verliert vater, spurs stehen vor dem aus
London schweigt. Kein Jubel, kein Protest, nur ein dumpfer Schock. Tottenham hat sich am Sonntag mit 0:3 gegen Nottingham Forest blamiert – und ist damit zum ersten Mal seit 47 Jahren auf einem Abstiegsplatz gelandet. Die Spurs haben 2025 noch kein einziges Ligaspiel gewonnen, kassierten acht Niederlagen aus den letzten elf Partien und sind nur noch einen Punkt vom rettenden Ufer entfernt. Doch hinter der sportlichen Katastrophe verbirgt sich eine menschliche Tragödie.
Igor Tudor erfuhr unmittelbar nach dem Abpfiff vom Tod seines Vaters Mario. Der kroatische Coach verzichtete auf jede Medienarbeit, seine Stimme erstickte im Hals. Co-Trainer Bruno Saltor trat vor die Mikros: „Es ist eine private Familienangelegenheit. Igor braucht Raum.“ Die kroatische Zeitung Sportske Novosti bestätigte später den Tod des 78-jährigen Familienpatriarchen.

Saltor spricht von zuversicht – die tabelle lügt nicht
Die Worte klangen wie Hohn. „Momentan läuft alles gegen uns, und genau das gibt uns Zuversicht“, sagte Saltor. Die Wahrheit ist nüchtern: Tottenham hat seit der Amtsübernahme Tudors Mitte Februar nur einen Zähler geholt, ist aus der Champions-League-Runde gegen Atlético Madrid geflogen und schied bereits in der dritten FA-Cup-Runde gegen Aston Villa aus. Die einzige Konstante: Fehler, Verletzungen, Krisen.
Schon beim 2:5 im Hinspiel gegen Atlético sorgte Tudor für Schlagzeilen, als er Antonin Kinsky nach 17 Minuten und drei Gegentoren rausnahm – ein Akt der Verzweiflung. Nun steht der Verein vor der Länderspielpause, das nächste Pflichtspiel ist erst am 12. April in Sunderland. Viel Zeit, um über Tudor nachzudenken, zu wenig, um die Saison zu retten.
Die Kabine ist verstummt. Xavi Simons, Cristian Romero und Pape Sarr starrten nach dem Schlusspfiff nur noch auf den Rasen, als würden sie sich fragen, wie alles so schnell schiefgehen konnte. Die Antwort liegt in der Statistik: Tottenham kassierte 2025 bereits 19 Gegentore, erzielte nur drei Treffer – zwei davon per Elfmeter.
Die Fans singen nicht mehr, sie fluchen. Die Rekordmarke von 1977, als die Spurs als Tabellenletzter abstiegen, rückt näher. Nur noch vier Punkte trennen Tottenham vom sicheren Nichtabstiegsplatz – bei acht verbleibenden Spielen. Die Rechnung ist einfach: Wer so spielt, fliegt raus.
Und Tudor? Er wird in den nächsten Tagen entscheiden, ob er zurückkehrt. Der Tod seines Vaters wirft einen Schatten auf jeden Taktikplan. Saltor beteuert: „Wir spüren die Unterstützung des Vereins.“ Doch die Liga wartet nicht auf Trauer. Sie rächt sich für jeden Fehler, für jede Sekunde des Zögerns. Tottenham hat die Kontrolle verloren – und die Uhr tickt.
