Toni martínez schockt balaídos und lässt alavés-kasse klingeln

Zwei Treffer, ein Assist, ein 3:2 nach 0:2-Rückstand – und plötzlich steht ein Spanier im Mittelpunkt, der vor zwei Jahren für zwei Millionen kam und heute 15 Millionen wert ist. Toni Martínez hat Celta Vigo mit einem Blitz-Doppelpack aus dem Tritt gebracht und Deportivo Alavés in der Nachspielzeit der Saison auf die Überholspur geschaltet.

Die rechnung geht auf: sieben liga-tore, keine elfmeter

Die Zahlen sind so schlicht wie brisant: sieben Tore in LaLiga, drei Vorlagen, vier weitere Treffer im Pokal. Kein einziger Elfmeter, dafür jede Aktion direkt in die Tabelle übersetzt. Getafe, Elche, Betis, Espanyol, Sevilla – überall landete der Ball nach Martínez-Akten in Alavés-Netzen oder brachte Punkte. Sein Kopfball gegen Rayo im Copa schrie sich die Anspannung von zwei verpatzen Chancen gegen Real Madrid und Osasuna aus dem Leib.

Die Vorgabe von Sportdirektor Sergio Fernández war klar: reaktivieren, Tore sichern, Gewinn erzielen. Der Plan lief von Minute eins an. Mit Lucas Boyé bildet Martínez eine Doppelspitze, die Kike Garcías spirituellen Nachfolger nicht vermisst lässt. Quique setzt dieselbe Marschroute wie Coudet: hohe Schläge, zweite Bälle, Martínez als Luftdominator. Er gewinnt mehr Kopfballduelle als jeder andere Stürmer der Liga. Das ist kein Zufall, das ist Trainingsfleisch und Match-Intelligenz.

15 Millionen euro – einstandspreis 2, verkaufspreis?

15 Millionen euro – einstandspreis 2, verkaufspreis?

Alavés hat den Klub gewechselt, nicht nur das System. Die Geschäftsführung taxiert Martínez intern auf 15 Millionen Euro, Tendenz steigend. Letzten Sommer schon flatterte Panichelli für 17 Millionen nach Saudi-Arabien, nach 21 Toren in Segunda. Martínez spielt in Primera, ist 28, in der Spielreife, nicht im Abverkauf. Vertrag bis 2028, Kabinenführung, Fan-Liebling. Ein Asset mit Lautstärke.

Der Markt lauscht. Scouts aus England und Italien buchen Hotels in Vitoria, nicht nur für Spiele, sondern für Trainingseinheiten. Dort sieht man, wie Martínez nach Schlusspfiff 50 Kopfbälle übt, wie er Junioren anwirft, wie er den Platz erst verlässt, wenn das Licht ausgeht. Das verkauft sich besser als jede PowerPoint.

Alavés kann den Sommer abwarten. Je länger Martínez trifft, desto lauter klingelt es in der Kasse. Und je näher der Klub der Unabhängigkeit von Leihgeschäften kommt, desto mehr wird aus dem einstigen Zweimillionen-Gamble ein Transfer-Slalom, der den nächsten Geheimtipp finanziert. Die Botschaft ist simpel: Wer jetzt zögert, zahrt später. Die Glocke in Balaídos war nur der Auftakt – sie läutet eine Auktion.