Lucas pinheiro braathen: brasiliens ski-star auf den spuren von alberto tomba
- Lucas pinheiro braathen: brasiliens ski-star auf den spuren von alberto tomba
- Überraschungsanruf von alberto tomba
- So lief der riesenslalom: braathens triumph
- „Es war mein weg“
- Der weg zum erfolg: von sölden nach bormio
- Authentizität und emotionen: braathens botschaft
- Auf den spuren von tomba und ein blick nach vorn
Lucas pinheiro braathen: brasiliens ski-star auf den spuren von alberto tomba
Lucas Pinheiro Braathen hat bei den Olympischen Spielen in Mailand Cortina 2026 Geschichte geschrieben. Mit dem Gewinn der Goldmedaille im Riesenslalom der Herren vollendet der 25-jährige Norweger, der seit anderthalb Jahren für Brasilien startet, einen waghalsigen Plan und beweist: „Ich bin anders.“ Für den Skisport ist er eine erfrischende Bereicherung und er bewegt sich bereits auf den Spuren der Ski-Legende Alberto Tomba.
Überraschungsanruf von alberto tomba
Braathen war sichtlich überrascht und kämpfte, wie so oft, mit den Tränen. „Du weinst wie ich“, lachte Alberto Tomba während eines Telefonats nach dem Rennen. Die italienische Ski-Ikone gratulierte dem frischgebackenen Olympiasieger herzlich: „Gold! Kannst du das glauben? Du bist der Beste!“ Am einen Ende der Leitung der dreifache Goldmedaillengewinner, am anderen der aufregende Paradiesvogel, der Brasilien am Samstagnachmittag in Bormio zum ersten Gold bei Winterspielen der Geschichte verholfen hat.

So lief der riesenslalom: braathens triumph
Der Riesenslalom war ein dramatisches Rennen. Marco Odermatt verpasste erneut die Goldmedaille. Brasilien triumphierte stattdessen. Braathens Leistung war einzigartig und offenbarte einmal mehr seine besondere Art. Er ließ sich nach der Ziellinie in den Schnee fallen, als die brasilianische Nationalhymne erklang und kämpfte mit den Tränen. Ein Triumph für die Geschichtsbücher, den er zunächst kaum einordnen konnte.

„Es war mein weg“
„Ihr fragt mich immer, ob ich Worte für meine Emotionen finde. Das kann ich aber einfach nicht“, gestand Braathen. „Dieser Weg war wirklich lang und unkonventionell – aber es war mein Weg.“ Damit spielte er auf seinen spektakulären Rücktritt beim Saisonstart 2023/24 in Sölden an. Er fürchtete, seine Freiheit im norwegischen Verband zu verlieren und kehrte ein Jahr später unter der brasilianischen Flagge zurück, dem Heimatland seiner Mutter. Eine Wette, die sich auszahlte.

Der weg zum erfolg: von sölden nach bormio
Nach dem Rücktritt sammelte Braathen die ersten Punkte für Brasilien im Ski-Weltcup und feierte wenige Wochen später das erste Podest. Im November gelang ihm in Levi der erste Sieg in den Farben Brasiliens. Drei Monate später krönte er seine Leistung mit dem Olympiasieg in Bormio. Er verkörpert eine neue Generation von Skifahrern.

Authentizität und emotionen: braathens botschaft
„Es war ein Pfad, gepflastert vom Vorsatz, meiner Intuition zu folgen und zu wagen, ich selbst zu sein. Das ist das Einzige, was mir wichtig ist“, betonte Braathen. Er ist ein Mensch, der dem Skisport eine erfrischende Facette verleiht und ihn weltweit bewirbt. „Ich möchte authentisch sein und Skifahren als der Mensch, der ich bin“, sagte er im Interview mit dem ORF. „Ich hoffe, dass zu Hause alle diesen Moment gesehen haben. Jetzt wissen, dass alles möglich ist.“
Auf den spuren von tomba und ein blick nach vorn
Wie Alberto Tomba vereint Braathen Show und sportlichen Erfolg. Die norwegische Ski-Legende Kjetil André Aamodt meinte im Interview mit der Gazzetta dello Sport: „Lucas ist wie Alberto. Stark auf den Skiern und eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Unser Sport braucht solche Leute.“
Mit dem Sieg im Riesenslalom hat Braathen bereits Geschichte geschrieben. Aber seine Mission in Bormio ist noch nicht beendet. Am Montag steht mit dem Slalom der letzte olympische Wettkampf der Ski-Herren auf dem Programm. In seiner Paradedisziplin zählt er zu den Favoriten. „Es ist die größte Bühne, auf der ich meinen Fuß setzen kann. Aber ich bin wie dafür gemacht“, sagte er. Sein Hunger ist noch nicht gestillt. „Vor Olympia habe ich immer wiederholt: Brasilien ist nicht hier, um nur dabei zu sein. Wir sind hier, um einen Unterschied zu machen. Das war mein Ziel.“
