Rally-raid: ford unter druck – kann sainz in argentinien punkten?

San Juan, Argentinien – Der Desafío Ruta 40, der morgen seine Pforten öffnet, ist für Ford mehr als nur ein Etappenziel im W2RC-Kalender. Es ist eine Art Generalprobe, ein Beweis dafür, dass die Probleme der Vergangenheit, die im portugiesischen Rallye-Raid so schmerzhaft zu Tage traten, wirklich ausgemerzt wurden. Carlos Sainz und Nani Roma, die beiden spanischen Hoffnungsträger des Teams, stehen unter besonderer Beobachtung.

Ein motordefekt, der für schlagzeilen sorgte

Die Erinnerung an das Debakel in Portugal ist noch frisch. Drei Ford Raptor mussten dort vorzeitig aufgeben, und zwar aufgrund eines gravierenden Defekts an den V8-Motoren. Ein solch drastischer Schritt, die Fahrzeuge zurückzuziehen, zeugt von der Schwere des Problems. Nun, zwei Monate später, soll der Desafío Ruta 40 zeigen, ob die Ingenieure ihre Hausaufgaben gemacht haben und das Herz der Raptor-Prototypen endlich zuverlässig schlägt. Nur so kann Ford ernsthaft auf den ersten Weltmeisterschaftstitel in der Rallye-Raid-Weltmeisterschaft hoffen.

Für Carlos Sainz ist die Rallye in Argentinien zudem eine wichtige Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit seinem neuen Copiloten Dani Oliveras zu festigen. „Die Rallye in Argentinien wird für das Team und persönlich für Dani und mich wichtig sein“, erklärt der „Matador“. „Unser Auftritt in Portugal war sehr kurz, und wir konnten keine Schlussfolgerungen ziehen. Daher wird Argentinien das erste Rennen sein, in dem wir wirklich zusammenarbeiten können.“

Roma setzt auf bewährte technik

Roma setzt auf bewährte technik

Nani Roma hingegen konzentriert sich auf das, was er bereits kennt: „Nach den letzten Tests haben wir die Raptor gewartet“, so der ehemalige Dakar-Zweite. Er weiß, dass die Strecke eine echte Herausforderung darstellen wird, insbesondere die Etappe in 3.500 Metern Höhe, die den Motoren alles abverlangen wird.

Ein Blick auf die Konkurrenz: Neben dem Kampf innerhalb von Ford wird auch die Rivalität zwischen Nasser Al-Attiyah und Sébastien Loeb im Dacia-Team für Spannung sorgen. Der Katari führt die Weltmeisterschaft knapp vor dem Franzosen an, und Argentinien könnte der entscheidende Schauplatz für die Vorentscheidung sein. Seth Quintero mit seinem Toyota liegt zwar zurück, aber man sollte ihn nicht unterschätzen.

Auch in der Motorradklasse fiebern die Fans mit. Tosha Schareina hat die Chance, die Spitze der Weltmeisterschaft zu übernehmen, steht aber vor einer harten Nuss: Luciano Benavides, der lokale Held, wird mit Unterstützung der Fans alles geben, um seinen Sieg zu verteidigen. Edgar Canet (KTM) peilt derweil sein erstes Podestum der Saison an.

Der Desafío Ruta 40 ist zurück im W2RC-Kalender und verspricht eine anspruchsvolle Prüfung für Mensch und Maschine. Mit fast 3.000 Kilometern Gesamtstrecke, davon über 1.700 Kilometer im Zeitverlauf, und einer gehörigen Portion Höhe wird es ein Rennen, das in die Geschichte eingehen könnte. Die dichten Nebel über El Nihuil, die seit neun Jahren fehlen, werden eine zusätzliche Herausforderung darstellen.

Die Rallye beginnt morgen mit einem Prolog für die Motorräder, bevor die fünf Etappen offiziell gestartet werden. Ob Ford seine Probleme wirklich überwunden hat und Sainz und Roma um den Sieg kämpfen können, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Die Zeichen stehen auf einen spannenden Kampf.