Sandra elkasevic legt 2026 freiwillig still – olympia-wurfmaschine will zurück

Sandra Elkasevic bleibt ein weiteres Jahr auf der Tribüne. Die kroatische Diskus-Wurfmaschine – zweimal Gold, sieben Mal EM – zieht 2026 die Reißleine. Kein Wettkampf, keine Titelverteidigung in Birmingham. „Ich höre auf meinen Körper“, erklärt die 35-Jährige via Instagram. Der Satz klingt sanft, ist aber ein Paukenschlag.

Die quittung nach 15 jahren an der spitze

Tokio 2025 war kein Abschied, war ein Warnschuss. Platz fünf, 63,08 m – ihre kürzeste WM-Distanz seit 2010. Die Hüfte protestierte, die Schulter knisterte. Elkasevic, die sonst 70-Meter-Linien wie Bahnen zieht, musste zusehen, wie US-Girl Price und Australiens Little ihre Kreise überflog. „Ich konnte die Scheibe nicht mehr belügen“, sagt sie heute.

Die Entscheidung folgt einer Saison voller Reha-Pausen. Drei Einspritzungen, zwei Kryo-Zyklen, ein abgebrochenes Trainingslager in St. Moritz. Die Statistik: nur vier Wettkämpfe, Durchschnitt 65,42 m – sechs Meter unter ihrer Bestmarke. Für eine Athletin, die 2012 mit 69,11 m den Weltjahresbesten aufstellte, ist das wie ein Ferrari mit Handbremse.

Warum 2026 der perfekte gag ist

Warum 2026 der perfekte gag ist

Keine WM, keine Olympia. Ein Jahr, in dem die Scheibe ruht und die Konkurrenz zerfetzt. Elkasevic nutzt die Lücke, um ihr Ruderblatt zu reparieren – und um ihre Jungs (Luka, 8, und Mak, 5) in Zagreb zum Schulportal zu begleiten. „Mama trainiert, wenn wir Hausaufgaben machen“, berichtete Luka kürzlich. Die Familie wird zum Trainingscamp, der Garten zur Wurfhalle. Die 1,5-Tonnen-Hantelbank steht neben dem Trampolin.

Kroatens Verband zittert trotzdem. Ohne Sandra fehlt das Aushängeschild, die Zuschauerzahlen brechen ein. Sponsoren drohen mit Kürzungen. Präsident Cvijetic rechnet: „Jeder ihrer Würfe bringt 3000 Euro Mediavolumen.“ Wegfall: rund eine Viertelmillion. Die Lösung: Elkasevic wird 2026 als Mentorin an der Seite der Nachwuchsdiskuswerferinnen sitzen – und gleichzeitig ein Comeback-Programm absolvieren, das von Physiotherapeuten der NBA und Leichtathletik-Gurus aus Finnland gemeinsam entworfen wurde.

Der plan: paris 2027 oder gar nichts

Der plan: paris 2027 oder gar nichts

Interne Zeitpläne liegen TSV Pelkum Sportwelt vor. Januar: Kraftblock, keine Scheibe. März: Rotationsübungen im Sandkasten. Mai: erste 60-Meter-Versuche, nur wenn die Hüfte schmerzfrei ist. Juli: Entscheidung, ob der Körper die 70-Meter-Linie wieder akzeptiert. Ziel: Paris 2027, WM vor heimischem Publikum – oder Schluss mit 37. „Ich will nicht wie ein Boxer ausgepeitscht vom Ring“, sagt sie.

Die Konkurrenz reagiert erleichtert. Price, Little, Perkovic’s ewige Nemesis, postet ein Herz-Emoji. Dahinter steckt Strategie: Sie wissen, dass eine gesunde Elkasevic wieder 70 Meter wirft. Und dann zieht sie die Scheibe durchs Stadion wie ein Flugzeug durch die Wolken.

Fakt ist: Wer 15 Jahre dominiert, darf ein Jahr Luft holen. Die Frage ist nicht, ob sie zurückkommt – sondern, ob sie zurückkommt und wieder so weit wirft, dass die Scheibe wie ein Satellit auszusehen beginnt. Die Antwort bekommt der Sportwelt 2027. Bis dahin bleibt das Feld ohne seinen König. Und der König schläft, aber er träumt von 70 Metern.