Liverpool steht mit dem rücken zur wand: 0-2-pleite gegen psg lässt traum platzen

Anfield am 11. März 2025: Mohamed Salah prescht links in den Strafraum, Vitinha klebt an seiner Hüfte wie ein Schatten. Der Ägypter bekommt den Ball nicht sauber, das Stadion ächzt – und ahnt noch nicht, dass dieser Moment das ganze Jahr zusammenfasst. Der FC Liverpool verliert das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den Titelverteidiger Paris Saint-Germain mit 0-2 und fliegt raus. Kein Wunder, kein Happy End, nur die nackte Erkenntnis: Die Saison ist nach 41 Pflichtspielen schon am 11. März gelaufen.

Slot muss sich erklären – und hat keine antwort parat

Arne Slot stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als würde er auf eine Idee warten, die nicht kommen wollte. „Wir haben alles versucht“, sagte er später mit heiserer Stimme, aber die Zahlen widersprechen: Null Tore, nur zwei Schüsse aufs Tor, 37 Prozent Ballbesitz. Der Coach, der im Sommer als Jürgen Klopps Erbe gefeiert wurde, muss nun erklären, warum seine Mannschaft in der Premier League nie oben mitmischte, im FA-Cup von Manchester City 4-0 auseinander genommen wurde und nun auch noch die Königsklasse verlässt. Die Antwort lautet: weil sie nicht gut genug ist.

Die Statistik nagt an Anfields Mythos. Liverpool schied zuletzt 2019 in der Runde der letzten 16 aus, damals gegen Atlético. Seitdem war das Stadion eine Festung – 23 ungeschlagene Euro-Spiele in Folge. Gegen PSG brach die Serie spektakulär zusammen. Kylian Mbappé traf nach 22 Minuten mit links, Ousmane Dembélé köpfte nach einer Stunde ein. Die beiden schnellsten Spieler Europas liefen die Abwehrreihe um Ibrahima Konaté und Jarell Quansah schwindlig. Alisson fehlte erneut, sein Ersatz Caoimhín Kelleher hob hilflos ab.

Psg feiert, liverpool zählt die schäden

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Für Paris ist das 2-0 der perfekte Start in die Titelverteidigung. Luis Enrique rotiert geschickt, ließ Barcola zwar zu Hause, aber Vitinha und Warren Zaïre-Emery dominierten das Mittelfeld. Die Franzosen haben nun zwei Ergebnisse auf ihrer Seite: ein Remis oder ein weiterer Sieg, und sie stehen im Viertelfinale. Ihre Ligue-1-Krise ist vergessen, sie führen die Tabelle mit vier Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger an. Liverpool dagegen muss sich fragen, wie viele Millionen man im Sommer investieren muss, um wieder mitzuspielen.

Die Nacht endete mit Pfiffen. Anfield verabschiedete seine Helden nicht, sondern ihre Illusionen. Die Saison ist vorbei, die Rechnung steht aus: kein Titel, keine Champions League, nur ein fünfter Platz in der Premier League, der gerade noch zur Europa League reicht. Für einen Klub, der vor zwei Jahren noch um das Quadruple kämpfte, ist das ein Armutszeugnis. Slot wird bleiben, das haben die Bosse signalisiert, aber er bekommt einen Neuanbau statt eines Feinschliffs. Die Trümmer der Nacht von Liverpool sind die Baustelle des Sommers.