Kabwit-transfer: basel schielt auf luzerns 100'000-franken-juwel
Der FC Luzern hat einen Goldesel entdeckt und weiß noch nicht, wie laut er brüllen kann. Oscar Kabwit, vor neun Monaten für eine Handvoll Franken aus dem Kongo importiert, jagt mit zwölf Scorer-Punkten die Super League durcheinander – und basel schaltet die Scouting-App auf «Amok».
Ein schnäppchen mit haken
Die Zahlen sind ein Witz: 100'000 Franken Ablöse, 40 Prozent Weiterverkaufsklausel an TP Mazembe. Luzern kann den 20-Jährigen also fixieren und sofort für drei Millionen weiterverkaufen – müsste aber 1,2 Millionen an Afrika abdrücken. Kein Wunder, dass Sportchef Patrick Remy die Preisschraube schon jetzt dreht. Intern heißt es: Wer Kabwit haben will, soll mindestens fünf Millionen auf den Tisch legen. Sonst läuft der Junge eben im Seefeld-Stadion weiter die Gegner schwindelig.
Le Havre lauert ebenfalls. Die Franzosen haben Kabwits Tempo-Daten (33,2 km/h Spitze, 730 Meter Sprintstrecke pro Spiel) in ihre Excel-Tabellen gepustet und kommen zum Schluss: Flügelspieler mit dieser Beschleunigung kosten in Ligue 1 normalerweise das Doppelte. Doch Luzern sitzt am längeren Hebel. «Solange wir nicht unterschreiben, bleibt alles Theorie», sagt ein Insider. «Aber wenn wir ihn festziehen, ist er unser Pokerchip.»

Mario fricks abschiedsgeschenk
Der scheidende Trainer Mario Frick hat Kabwit aus der Anonymität gezogen. «Ich habe ihm gesagt: Trau dich, den Gegner zu verhöhnen», erinnert sich Frick. Seitdem trägt der Kongolese die Nr. 7 wie ein Ehrenkleid. Gegen St. Gallen zog er zwei Gegenspieler auf die Tribüne, gegen YB schoss er aus spitzem Winkel – Torhüter schaut, Ball drin. «Seine Entwicklung ist keine Blase, sie ist Stahl», sagt Frick. «Der Typ hat Straßenfußball-Gen, aber Kopf wie ein Schweizer Uhrwerk.»
basel braucht gen so einen. Nach der 0:3-Pleite gegen Servette kursiert im St. Jakob-Park ein internes Papier: «Kabwit liefert 1,8 erfolgreiche Dribblings pro 90 Minuten, nur noch Zeki Amdouni lag höher.» Die Roten wissen: Ohne Tempo an den Außen bleibt ihre Ballbesitz-Maschine stehen. Doch Luzern lässt sich nicht erpressen. «Wir sind kein Entwicklungsclub für Grossklubs», wettert ein Verantwortlicher. «Wir wollen Europacup, nicht nur Kasse machen.»
Die nächsten sechs Spiele entscheiden. Wenn Kabwit gegen GC und Zürich trifft, explodiert der Preis. Wenn er verletzt ausfällt, zittert die Bank. Eines ist klar: Im Sommer wird der 20-Jährige entweder in basel den Rotblauen die Augen auskratzen – oder für Luzern um die europäische Konkurrenz. Die 100'000 Franken sind längst Geschichte. Jetzt zählt nur noch, wie viel Mut der FC Luzern in seiner eigenen Geschichte hat.
