Junge eishockeyspieler in der national league: wer setzt auf die zukunft?

Die Frage nach der Integration junger Talente in die National League beschäftigt seit Jahren Trainer und Verantwortliche. Eine aktuelle Analyse der durchschnittlichen Eiszeiten von U-20-Spielern in den letzten fünf Spielzeiten zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Teams – und wirft Fragen nach der langfristigen Entwicklung des Schweizer Eishockeys auf.

Die schatten der vermeintlichen leistungsträger

Während einige Klubs bereits jetzt auf die Jugend setzen und ihren Nachwuchs fördern, scheint es bei anderen Teams eine weit verbreitete Skepsis gegenüber jungen Spielern zu geben. Der HC Lugano bildet hier das traurigste Beispiel: Mit durchschnittlich nur 24:02 Minuten Eiszeit pro Saison für U-20-Spieler liegt der Rekordmeister am unteren Ende der Tabelle. Ein einziger Hoffnungsschimmer namens Cyrill Henry, 18 Jahre alt, brachte in dieser Saison zwar 18 Einsätze, doch das Gesamtbild bleibt düster. Die Tessiner argumentieren zwar mit einem eigenen Farmteam in Bellinzona, doch diese Erklärung reicht nicht aus, um die mangelnde Chance für junge Spieler zu rechtfertigen.

Auch die SC Rapperswil-Jona Lakers scheinen sich schwer zu tun, ihren Nachwuchs zu integrieren. Mit durchschnittlich 26:03 Minuten Eiszeit pro Saison für U-20-Spieler bleibt die Einsatzzeit begrenzt. Zwar gab es mit Andrin Flütsch einen Lichtblick in dieser Saison, doch insgesamt kämpfen die jungen Lakers weiterhin um ihren Platz in der ersten Mannschaft.

Die vorreiter und ihre strategien

Die vorreiter und ihre strategien

Im Gegensatz dazu zeigen der EHC Biel-Bienne und der EV Zug, dass der Einsatz junger Spieler auch in der National League erfolgreich sein kann. Die Bieler investieren seit Jahren konsequent in den Nachwuchs und führen Spieler wie Niklas Blessing (fast 670 Minuten Eiszeit in dieser Saison) und den gerade erst 17-jährigen Jonah Neuenschwander behutsam in die erste Mannschaft ein. Die Zuger, obwohl ihre Saison sportlich nicht optimal verlief, setzen weiterhin auf ihre jungen Talente und bieten ihnen regelmässig Einsatzzeit. Gian Menzi beispielsweise, ist ein Beispiel für die erfolgreiche Förderung junger Spieler.

Der EHC Kloten, traditionell stark in der Nachwuchsförderung, hat nach dem Aufstieg seine Strategie leicht angepasst. Während in der Vergangenheit junge Spieler eine tragende Rolle spielten, wurde in dieser Saison die Eiszeit für U-20-Spieler reduziert – ein Ansatz, der sich sportlich offenbar nicht bewährt hat.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der EV Zug führt die Liste mit 764:51 Minuten durchschnittlicher Eiszeit für U-20-Spieler an, gefolgt von EHC Biel-Bienne mit 602:32 Minuten. Diese Klubs zeigen, dass der Einsatz junger Spieler nicht nur eine Frage der Moral, sondern auch eine Frage des sportlichen Erfolgs sein kann. Die Entwicklung der jungen Spieler ist entscheidend für die Zukunft des Schweizer Eishockeys. Es bleibt abzuwarten, ob die anderen Teams aus ihren Fehlern lernen und verstärkt auf ihre Nachwuchstalente setzen werden.