Fc augsburg: verhindert baum den klassenerhalt-fluch?

Der FC Augsburg steht vor einer entscheidenden Phase. Nurmehr einen Punkt aus den jüngsten vier Partien ist der sichere Klassenerhalt noch in weite Ferne gerückt. Am Freitagabend gegen Hoffenheim muss Trainer Manuel Baum nun zwingend punkten, um die psychologische 40-Punkte-Marke zu knacken – und einen beunruhigenden Trend durchbrechen.

Ein teufelskreis des nachlassens

Seit drei Jahren plagt den FCA eine ungute Gewohnheit: Sobald der Klassenerhalt in trockenen Tüchern ist, scheint die Mannschaft den Turbo wegzunehmen. Die letzten Saisonspiele werden zu einer zähen Pflichtübung, in der die Punkte versickern. Während Enrico Maaßen vor drei Jahren mit lediglich fünf Punkten aus den letzten sechs Spielen das Ruder herumreißen musste, war es Jess Thorup mit drei und im Vorjahr mit vier Punkten noch schlimmer. Eine Ausbeute, die angesichts eines komfortablen Vorsprungs auf den Relegationsplatz eigentlich kaum denkbar wäre.

„Wir haben eine Kultur entwickelt, in jedem Spiel gierig auf drei Punkte zu sein“, betont Baum und versucht, den negativen Kreislauf zu durchbrechen. Das Training soll nun intensiver werden, die Freude am gewonnenen Spiel bis zum Ende hochgehalten werden. Es geht darum, die mentalitätische Stärke zu bewahren – auch wenn der Abstiegskampf eigentlich schon entschieden sein sollte.

Comeback-hoffnung gouweleeuw

Comeback-hoffnung gouweleeuw

Ein Lichtblick für Baum ist die mögliche Rückkehr von Routinier Jeff Gouweleeuw. Der eigentliche Kapitän, der seit dem 10. Spieltag aufgrund einer Innenbandverletzung am Knie fehlte, könnte am Freitagabend wieder in die Startelf rücken. „Jeff ist seit drei, vier Wochen wieder voll dabei, er oder Noki Banks sind die Optionen“, so Baum. Sein Comeback wäre nicht nur sportlich, sondern auch ein wichtiges Zeichen für die Moral der Mannschaft.

Neben Keven Schlotterbeck (gelbgesperrt) und Chrislain Matsima (Sehnenriss im Oberschenkel) steht Baum nur Yannik Keitel mit einer Schleimbeutelentzündung nicht zur Verfügung. Fabian Rieder, der nach seiner überzeugenden Premiere auf der Doppelsechs, wird weiterhin eine wichtige Option darstellen. Die Konkurrenz im Team ist groß, und das könnte genau das sein, was der FCA benötigt, um sich vor einem erneuten schwachen Saisonende zu bewahren.

Das Duell gegen Hoffenheim, das beim Hinspiel noch Baums Vorgänger Sandro Wagner den Job kostete, verspricht ein spannungsgeladenes Spiel zu werden. Baum bezeichnete es als „nächsten Kracher zu Hause“, obwohl fußballerisch die TSG zu den Top-Teams der Liga gehört. Die Frage ist: Kann der FCA die aktuelle Formkurve umkehren und den Klassenerhalt auch spielerisch unterstreichen? Die Antwort gibt das Team am Freitagabend.