Thw kiel: krise eskaliert – demütigung in wetzlar!

Ein Schock für die Handball-Fans im Norden: Der deutsche Rekordmeister THW Kiel hat am Samstag eine deutliche und bittere Niederlage gegen die HSG Wetzlar kassiert. Mit 25:33 (11:16) wurden die Kieler im Auswärtsspiel vor eine Kulisse gezwungen, die die angestaubte Schlagzeile „Krise“ in ein dringliches Problem verwandelt.

Die defensive bröckelt, die offensive findet keinen rhythmus

Die defensive bröckelt, die offensive findet keinen rhythmus

Die bisherige Saison des THW Kiel ist von einer alarmierenden Konstanz geprägt: die Konstanz des Scheiterns. Nur einen Sieg aus den letzten fünf Bundesliga-Partien – das ist nicht die Visitenkarte eines Meisters. Besonders schmerzhaft ist, dass die Niederlage in Wetzlar in einer Phase der Saison kam, in der jeder Punkt zählt. Die Qualifikation für die Champions League, einst als sicher gegolten, rückt in weite Ferne. Stattdessen lauern die Duelle in der European League, in denen die Chancen auf einen Titel ebenso gefährdet sind wie die Liga-Ambitionen.

Das Hinspiel gegen RK Nexe Nasice wurde bereits mit 30:33 verloren, und bereits am kommenden Dienstag empfangen die Kieler den kroatischen Vizemeister erneut. Zwischen diesen zwei entscheidenden Spielen offenbarte die Mannschaft von Trainer Filip Jicha erneut ihre Schwächen. Das Tempospiel von Wetzlar ließ die Kieler ersichtlich kalt, und die eigene Offensive fand schlichtweg nicht in Tritt. Die Abwehr wirkte unsicher und löchrig, während im Angriff der Ball oft den Weg nicht fand.

Tristan Kirschner von Wetzlar war mit acht Toren der erfolgreichste Werfer des Spiels, während Rasmus Ankermann mit sechs Treffern für Kiel am häufigsten ins Netz traf. Doch auch diese Leistung reichte bei Weitem nicht aus, um das Spiel zu wenden. Die Ersatzgeschwächten Kieler zeigten bereits gegen das Schlusslicht SC DHfK Leipzig eine schwache Leistung und konnten lediglich ein Remis erringen.

Die Situation im Team ist angespannt. Nationaltorhüter Andreas Wolff kann die Defensive zwar mit seinen Paraden stabilisieren, doch alleine kann er ein Team nicht zum Sieg führen. Die Frage ist: Kann Filip Jicha die Mannschaft rechtzeitig wieder auf Kurs bringen, oder droht dem THW Kiel ein früher Abschied von der europäischen Spitze?