Thun: vom chaos-verein zum schweizer meister – ein märchen wird wahr!

Kaum zu glauben, aber wahr: Der FC Thun steht kurz vor dem größten Erfolg in seiner 128-jährigen Vereinsgeschichte. Vier Spieltage vor Saisonende kann der Aufsteiger am Samstag gegen Lugano die Schweizer Meisterschaft perfekt machen – ein Fußballmärchen, das sich in den letzten Jahren kaum jemand hätte vorstellen können.

Ein aufstieg voller überraschungen

Der Weg zum möglichen Titel war alles andere als geradlinig. Nach dem Abstieg aus der ersten Liga im Jahr 2020 und einer zähen Zeit in der Zweitklassigkeit gelang Thun im Sommer 2024 der ersehnte Aufstieg. Doch niemand ahnte, dass der Verein aus dem Berner Oberland nicht nur die Klasse halten, sondern die Liga dominieren würde. Mit einem Etat, der zu den niedrigsten der Liga gehört, deklassierte Thun Giganten wie Bern, Basel und Zürich – ein Beweis dafür, dass Leidenschaft und Teamgeist mehr wert sind als Geld.

Die schatten der vergangenheit

Die schatten der vergangenheit

Doch die Geschichte des FC Thun ist auch von dunklen Kapiteln geprägt. Skandale und finanzielle Krisen überschatteten den Verein in der Vergangenheit. 2007 waren mehrere Spieler in einen Sexskandal verwickelt, und 2016 drohte der Konkurs. Die Fans, organisiert im Verein „Härzbluet“, mobilisierten sich und sammelten seither über 1,6 Millionen Euro, um den Klub zu unterstützen. Trotzdem kämpft Thun weiterhin mit finanziellen Sorgen und benötigt möglicherweise einen Überbrückungskredit, der die Renovierung der Stockhorn Arena gefährden könnte.

Lustrinellis meisterstück

Lustrinellis meisterstück

Architekt des Erfolges ist Trainer Mauro Lustrinelli, der seit 2022 das Ruder übernommen hat. Er ist kein Unbekannter in Thun, spielte selbst für den Verein und war einst Co-Trainer von Urs Fischer. Lustrinellis Erfolgsrezept ist die Kontinuität: Nach dem Aufstieg hielt er den Kern der Mannschaft zusammen und baute auf die Stärken der Aufstiegshelden. Spieler wie Kapitän Marco Bürki, dessen Bruder Roman ein bekannter Bundesliga-Torwart ist, und der torgefährliche Verteidiger Michael Heule prägen das Spiel des FC Thun.

Ein vergleich zum wunder von kaiserslautern

Ein vergleich zum wunder von kaiserslautern

Der mögliche Titelgewinn des FC Thun erinnert an das Märchen des 1. FC Kaiserslautern, der 1998 als Aufsteiger die deutsche Meisterschaft gewann. Auch Thun kämpfte sich nach Jahren der Zweitklassigkeit zurück und will nun die absolute Krönung feiern. Es wäre ein Novum für den Verein aus dem Berner Oberland, der in seiner langen Geschichte noch keinen einzigen Titel gewonnen hat.

Die chance auf die champions league

Sollte Thun die Meisterschaft gewinnen, winkt die Teilnahme an der Champions League. Schon 2005/06 hatte der Verein als Vizemeister die Qualifikation erreicht und dabei mit einem Traumtor von Nelson Ferreira gegen Arsenal für Furore gesorgt. Ob Lustrinelli, der damals selbst auf dem Platz stand, nun wieder in der Königsklasse spielen wird, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung fällt am Samstag gegen Lugano.