Thioune lässt mainz erneut zittern – bremen jagt rekord gegen die nullfünfer

Um 15.30 Uhr rollt der Ball im Weserstadion, und die Grün-Weißen haben nur eines im Kopf: den zwölften Punkt aus fünf Spielen unter Daniel Thioune. Der Coach hat die Bremer Pressing-Maschine wieder auf Hochglanz poliert – seit dem 21. Spieltag stibitzt kein Bundesligist öfter Bälle im letzten Drittel als Werder. Gegen Mainz 05 droht den Rheinhessen damit die alte Angst: Sechs Pflichtspiele lang wartet der FSV auf einen Sieg gegen Bremen, zwei davon endeten mit blutunterlaufenen Augen (4:0, 1:0).

Schmid gegen amiri – ein finale im mittelfeld

Die entscheidende Schlacht tobt zwischen den Sechsern. Romano Schmid liefert bereits sieben Assists – kein Deutschler trägt öfter das letzte Pass-Spielzüge zusammen. Ihm gegenüber steht Nadiem Amiri, der mit 17 Treffern die interne Torjägerliste der Liga-Mittelfeldspieler anführt. Beide kennen sich aus zahllosen Junioren-Duellen, beide wissen: Wer heute das Mittelfeld dominiert, dominiert den Abend.

Die Zahlen sprechen für Bremen. Die Mannschaft erzielte in den letzten zwei Partien sechs Tore – ein Treffer mehr als in den zehn Spielen davor. Mainz dagegen teilte dreimal in Folge die Punkte und kassierte unter Urs Fischer in vier Partien keinen Sieg. Trotzdem: Schafft der FSV heute ein Remis, wäre es die längste ungeschlagene Serie seit einem Jahr. Ein Trost, der aber kaum wärmt, wenn man die drittschwächste Punkteausbeute der eigenen Bundesliga-Geschichte bedenkt (24 Zähler nach 25 Spielen).

Da costa reist als geheimwaffe an

Da costa reist als geheimwaffe an

Ein Hoffnungsschimmer für Mainz trägt Namen Danny da Costa. Der Rechtsverteidiger sammelte in den letzten drei Einsätzen drei Scorerpunkte – so viele wie in den 62 Spielen zuvor. „Er spielt sich gerade in einen Rausch“, sagte Fischer gestern mit einem schiefen Lächeln. Doch selbst wenn da Costa seine Flanke findet: Die Mainzer Gäste warten seit 18 Auswärtsspielen auf einen Zu-Null-Tag, und 80 % ihrer Saisonspiele gingen bereits in Halbzeit eins ins Tor.

Abseits des Platzes bewegt sich ebenfalls etwas. In Bremen tritt Birte Brüggemann nach 19 Jahren als Frauen- und Mädchenfußball-Leiterin ab – ein Abschied, der für ein Umdenken steht. In Mainz warnt Sportvorstand Christian Heidel vor dem Conference-League-Gegner Sigma Olmütz, weiß aber auch: Ein Punkt an der Weser würde die Stimmung vor dem Europacup-Showdown kippen.

DAZN überträgt exklusiv, der Liveticker von Sport1 tickt parallel. Doch egal, ob vor dem Bildschirm oder auf der Nordtribüne – das Duell ist mehr als drei Punkte. Es ist die Frage, ob Mainz die Bremse findet oder Bremen die Serie weiterlebt. Die Antwort fällt heute Nachmittag, 90 Minuten lang, und sie dürfte spätestens bei der ersten Gegenpressing-Welle am grünen Rasen sichtbar werden.