Kehrmann ignoriert tabellenrechnung – lemgo will gegen göppingen vollgas
Florian Kehrmann redet nicht über Plätze, Punkte oder Champions-League-Träume. Er redet über Härte, über Zwischenrufe, über 4.500 Leute, die heute die Phoenix Contact Arena zum sechsten Mal in Serie zum Kochen bringen werden. Denn wer gegen Frisch Auf Göppingen gewinnt, darf in der Länderspielpause mit dem vierten Tabellenplatz träumen – egal, ob der Coach das zugibt oder nicht.
Die Rechnung ist denkbar einfach: Lemgo hat 24:20 Punkte, Göppingen 20:28. Bei einem Heimerfolg würde der TBV auf 26:20 springen, vorbeiziehen am THW Kiel (bessere Tordifferenz) und mit drei bis sieben Punkten Vorsprung auf die Berliner sowie die Rhein-Neckar Löwen in die Pause gehen. Kehrmanns Kommentar dazu: «Gegen Göppingen müssen wir eine Atmosphäre kreieren, in der jeder Gegner leidet.»

Kehrmanns taktischer fokus: körperliche härte und flexible deckung
Die Frisch-Auf-Abwehr um Klöve und Gislason stellt sich auf zehn, elf Meter vor, drückt den Kreis, schlägt zu. «Wir müssen Lösungen finden, wenn sie uns bis zur Mittellinie jagen», sagt Kehrmann. Hinten wiederum erwartet sein Team ein «Rätsel»: Göppingen wechselt ebenso wie Lemgo zwischen Vier-Rückraum-System und klassischem Kreisläufer-Spiel, erzwingt Ein-gegen-Eins, misst Power und Spielwitz.
Die Zahlen sprechen für den TBV: Nur eine Niederlage in den letzten fünf Partien, 34 Tore im Schnitt vor eigenem Publikum. Göppingen kassierte auswärts durchschnittlich 31,3 Gegentore. «Das wird ein sehr harter Kampf», sagt Kehrmann – und meint: Wir sind bereit.
Anpfiff um 15.00 Uhr durch Jannik Otto und Raphael Piper. Übertragen bei Dyn, Welt TV und kostenlos im Dyn-Kanal. Wer heute gewinnt, darf träumen. Wer verliert, muss bis Mai warten. Die Lemgoer Fans haben schon entschieden: 4.520 Karten weg, Arena am Siedepunkt. Der Rest liegt am Kreis, am Tor, an der Härte – und daran, ob Kehrmanns Schweigen lauter wird als jede Tabellenrechnung.
