Terzic wirft bvb-boss meissen herz vor: „nur mit gefühl gewinnt man nicht“

Klaus Reif brauchte keine zehn Sekunden, um den Nagel zu setzen. „Nur mit Herz reicht nicht“, sagte Edin Terzic live bei „Reif ist live“ und zog damit eine durchgängige Linie zwischen sich und dem neuen Mann an der Spitze des BVB. Die Klatsche, die Terzic dabei verpasste, war so subtil wie ein Sahnehäubchen voller Schlagsahne ins Gesicht.

Terzic zieht den vergleich – und liefert die erklärung gleich mit

Terzic zieht den vergleich – und liefert die erklärung gleich mit

Der 43-Jährige, der in Dortmund mal als Co-Trainer, mal als Interimschef und schließlich als Hauptverantwortlicher durch die Coachingkarusselle riss, sprach offen über die Tugenden, die einen Coach beim BVB überleben lassen. Dabei ließ er keinen Zweifel daran, dass er sich selbst als Opfer einer Romantik sieht, die Vereinsbosse gern mit Siegen kaschieren. „Wenn du den Fans nur Emotionen lieferst, aber keine Punkte, bist du schneller weg als ein Hitzfeld-Vortrag über Gegenpressing“, sagte Terzic mit einem trockenen Lächeln.

Reif hakte nach, Terzic blieb cool. Die Message: Der neue Boss, Sportvorstand Sebastian Kehl, habe genau jene nüchterne Analyse-Kultur eingeführt, die Terzic selbst damals vermisst hatte. „Er sitzt nicht im Feuerwehranzug im Regen, sondern im Anzug mit Excel-Tabelle“, sagte Terzic. Der Satz klang wie ein Seitenhieb auf die eigene Zeit, in der er mit erhobener Faust und Tränen in den Augen die Kurve feuerte – nur um am Ende doch mit 1:5 in Stuttgart die Europäische Lehrstunde seines Lebens zu erhalten.

Die Zahlen sprechen für sich: Unter Terzic sank die Punktausbeute in der Rückrunde 2023/24 auf 1,38 Zähler pro Spiel, der schlechteste BVB-Wert seit sieben Jahren. Kehl setzte daraufhin auf die Trennung, holte Nuri Sahin und schon wieder Terzic als Berater – ein Circulus vitiosus, der nun offiziell beendet ist. „Ich bin raus aus dem Ping-Pong“, sagte Terzic. „Und das ist gut so.“

Für die Fans ist die Botschaft eindeutig: Der BVB will nicht länger Trainer feuern, die mit dem Herz durch die Wand wollen, sondern solche, die mit der Maus durch die Statistik navigieren. Ob das reicht, um den Bayern wieder Paroli zu bieten, wird sich zeigen. Fest steht: Wer in Dortmund nur mit Herz kommt, bekommt am Ende meistens nur ein Pflaster – und keinen Pokal.