Taekwondo-sensation troitiño verpasst podestumsprung knapp!

München – Ein Herzschlag fehlte nur, doch Sergio Troitiño muss sich beim European Taekwondo Championships mit Silber zufriedengeben. Der junge Spanier, der in Madrid trainiert, zeigte eine beeindruckende Leistung, unterlag im Finale aber knapp dem Polen Szymon Piatkowski.

Ein triumph der willenskraft und der lippensynchronität

Die Geschichte von Sergio Troitiño ist außergewöhnlich. Seit seiner Kindheit mit Hörproblemen angewiesen auf das Ablesen der Lippen seines Trainers Miguel Ángel Herranz, demonstrierte er in München eine außergewöhnliche Konzentration und mentale Stärke. „Mit ihm gesticuliere ich mehr“, erklärt Herranz, und es ist offensichtlich, wie die beiden eine einzigartige Kommunikationsweise entwickelt haben.

Troitiño, der sich im September 2023 dem Leistungszentrum in Madrid angeschlossen hat, präsentierte sich als reifer Kämpfer. Der 21-Jährige, der in der Gewichtsklasse -87 kg antritt, ist zweifacher Europameister U21 und Weltcup-Sieger – eine beeindruckende Bilanz, die er nun mit einer EM-Silbermedaille ergänzt. Seine Stärke liegt in der Variabilität seiner Techniken, wie Herranz betont: „Er kämpft wie ein leichterer Gegner, mit überraschenden Wendungen und Drehungen. Er ist extrem kraftvoll in Armen und Beinen.“

Der Weg ins Finale war für Troitiño gepflastert mit Überwindungen. Im Achtelfinale bezwang er den Slowenen Patrik Divkovic klar mit 2:0, im Viertelfinale setzte er sich gegen den als geflüchteter Sportler startenden Iraner Mehdi Abedini mit 2:1 durch. Das Halbfinale gegen den Ukrainer Artem Harbar, der als Vierter der Welt gehandelt wird, entwickelte sich zu einem nervenaufreibenden Kampf. Nach einem anfänglichen Rückstand, in dem Harbar mit einem spektakulären Mondolyo (Kopfschlag mit Drehung) die Führung übernahm, gelang es Troitiño, den Kampf zu drehen und sich im dritten Durchgang durchzusetzen.

Das Finale gegen Szymon Piatkowski, Bronzemedaillengewinner der WM 2023, war ein Kampf auf Augenhöhe. Piatkowski setzte seine größere Statur und Reichweite effektiv ein, und die Entscheidung fiel erst in den letzten Sekunden des zweiten Durchgangs zugunsten des Polen. Trotz der knappen Niederlage zeigt Troitiños Leistung, dass er zu den aufstrebenden Stars des europäischen Taekwondo gehört.

Während Troitiño um Silber kämpfte, verpassten weitere spanische Athleten Medaillen knapp. Adrián Vicente (-63 kg) und Belén Morán (-73 kg) schieden im Viertelfinale aus, während Carla Sesar (-57 kg) im Achtelfinale den Kürzeren zog.

Doch Spanien kann sich auf weitere Hoffnungen verlassen. Adriana Cerezo (-49 kg) und Daniel Quesada (-74 kg) starten am Donnerstag in ihre Titelkämpfe und gelten als heiße Favoriten. Mit ihrer Erfahrung und ihrem Können könnten sie das spanische Medaillenarsenal noch weiter erhöhen. Die Hoffnung auf weitere Erfolge ist groß, denn Troitiños Silber hat gezeigt, dass das spanische Taekwondo auf dem richtigen Weg ist.

Ein neues kapitel für den spanischen taekwondo-sport

Ein neues kapitel für den spanischen taekwondo-sport

Sergio Troitiño hat bewiesen, dass auch mit Handicap Höchstleistungen möglich sind. Seine Silbermedaille ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch ein Symbol für Willenskraft, Beharrlichkeit und die Kraft der Kommunikation. Mit seiner außergewöhnlichen Leistung hat er einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des spanischen Taekwondo-Teams geleistet und eine Inspiration für junge Sportler geschaffen.