Honda-comeback: aduo-regelung könnte formel-1-team retten
Die Formel 1 steht vor einem potenziellen Wendepunkt. Die FIA hat einen detaillierten Bericht zur ADUO-Regelung (Additional Development Opportunities) veröffentlicht, die für die Saison 2026 gilt und nun schon früher als erwartet ins Spiel kommt. Für das Honda-Team, das mit Aston Martin verbunden ist, könnte dies die Chance auf eine dramatische Leistungssteigerung und eine Rettung vor weiteren enttäuschenden Rennen bedeuten.

Was ist aduo und warum ist es jetzt so wichtig?
Die ADUO-Regelung soll einen fairen Wettbewerb gewährleisten, indem sie Teams, deren Motoren deutlich hinter der Spitze zurückliegen, zusätzliche Möglichkeiten zur Entwicklung und Aktualisierung ihrer Antriebseinheiten bietet. Ein Team, dessen Verbrennungsmotor (ICE) mehr als 10 % schlechter abschneidet als der führende Motor, kann diesen Mechanismus in Anspruch nehmen. Alles deutet darauf hin, dass Honda genau in diese Kategorie fällt.
Die Entscheidung, ob Honda die ADUO nutzen kann, soll etwa zwei Wochen nach dem Grand Prix von Kanada fallen, also während der Monaco-Woche. Dann können die Ingenieure in Sakura die Verbesserungen an ICE, Generator und Batterie (ERS) festlegen. Das ist ein Hoffnungsschimmer für Fernando Alonso und Lance Stroll, deren Auto bisher deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist.
Die Details: ADUO basiert auf einem sogenannten „Verbrennungsmotor-Leistungsindex“ (MCI), der Faktoren wie die Kurbelwellen-Drehmoment, Motorgeschwindigkeit und Leistung des MGUK berücksichtigt. Wichtig ist, dass die FIA Faktoren wie Fluidtemperatur und Aerodynamik nicht berücksichtigt, um einen fairen Vergleich zu gewährleisten. Die Regelung gilt ausschließlich für den Verbrennungsmotor und nicht für das gesamte Antriebssystem, da das ERS eine entscheidende Rolle spielt.
Das Finanzielle spielt ebenfalls eine Rolle. Nikolas Tombazis, Leiter Monoposto bei der FIA, betonte, dass ADUO kein Ausgleichsmechanismus für die Leistung ist. Vielmehr handelt es sich um eine Möglichkeit, die Kosten für die Entwicklung zu senken, indem Teams, die die ADUO-Kriterien erfüllen, ihre Motoren innerhalb der technischen Vorschriften optimieren können. Je größer der Leistungsunterschied, desto höher die finanzielle Unterstützung durch die FIA.
Konkret erhalten Teams zwischen 2 % und 4 % Unterschritt bis zu 3 Millionen US-Dollar, zwischen 4 % und 6 % bis zu 4,65 Millionen US-Dollar, zwischen 6 % und 8 % bis zu 6,35 Millionen US-Dollar und zwischen 8 % und 10 % bis zu 8 Millionen US-Dollar. Für Teams mit einem Unterschritt von 10 % oder mehr gibt es sogar die Möglichkeit, zukünftige Kostenlimits für Entwicklungsaktivitäten zu verplanen.
Die Überwachung des MCI erfolgt in drei Phasen während der Saison 2026, wobei die erste Phase aufgrund der Ereignisse im Nahen Osten angepasst wurde und nun die ersten fünf Rennen umfasst. Die Ergebnisse werden nach dem Grand Prix von Kanada bekannt gegeben.
Die Herausforderungen: Auch wenn die ADUO-Regelung eine Chance für Honda darstellt, bleibt die Umsetzung eine Herausforderung. Die Verbesserungen müssen noch entwickelt und in das Auto integriert werden, was voraussichtlich bis zum Juli oder sogar später erfolgen wird. Die Ingenieure in Japan arbeiten bereits an diesen Verbesserungen, aber die Zeit drängt. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, um das volle Potenzial des Honda-Motors abzurufen und Alonso und Stroll zu einem Wettbewerbsvorteil zu verhelfen.
Die ADUO-Regelung ist ein komplexes, aber potenziell bahnbrechendes Instrument, das die Formel 1 in eine spannendere und wettbewerbsfähigere Zukunft führen könnte. Für Honda könnte es der Schlüssel zum Aufstieg sein – oder eine weitere verpasste Gelegenheit. Nur die Zeit wird es zeigen.
