Pfarrer und bomber: don francesco ametta rettet san martino mit doppelpack!

Ein Priester, ein Fußballer, ein Lebensretter – Francesco Ametta ist Mann für alle Fälle. Der 30-jährige Geistliche sorgte am vergangenen Sonntag für landesweite Schlagzeilen, als er in der entscheidenden Relegation gegen Baiso/Secchia mit zwei Toren den Verbleib seiner Mannschaft in der Promozione sicherstellte. Ein ungewöhnlicher Held, der zwischen Predigt und Spielplatz jongliert und dabei die Herzen der Menschen erobert.

Ein ungewöhnlicher ausgleich: glaube und fußball

Ein ungewöhnlicher ausgleich: glaube und fußball

Francesco Ametta, der im Juni 2022 zum Priester geweiht wurde und heute als Stellvertreterpfarrer in San Martino in Rio tätig ist, ist kein Fremder im Fußball. Bereits vor seiner Ordination spielte er in der Promozione und schaffte es, diese Leidenschaft mit seinem geistlichen Beruf zu verbinden. „Meine Leben ist das Ministerium, der Fußball bleibt ein Hobby“, erklärt Ametta bescheiden. Doch in der entscheidenden Phase des Spiels zeigte er, dass er auch auf dem Platz zu Höchstleistungen fähig ist.

Die Saison verlief für die Sammartinese alles andere als rosig. „Zu Beginn der Saison sahen wir schwarz“, erinnert sich Ametta. „Aber wir haben gekämpft und uns bis in die Relegation gerettet. Das war das Wichtigste.“ Und wie er selbst zugibt, war es die Offensive, die den Unterschied machte: „Dieses Jahr mussten wir uns retten – und die erste Verteidigung ist immer der Angriff.“ Seine sieben gelben Karten in dieser Saison zeugen von seinem unermüdlichen Einsatz und seiner Bereitschaft, für die Mannschaft alles zu geben.

Ein überraschendes Talent: Ametta, der ursprünglich als Mittelfeldspieler begann, spielt mittlerweile im Angriff. Seine Torinstinkte sind geweckt, und er nutzt jede Gelegenheit, um für seine Mannschaft zu treffen. Doch für ihn ist der Fußball mehr als nur ein Spiel: „Es ist schön, auf dem Platz als ‚Don‘ bekannt zu sein. Mit meinen Mitspielern sind im Laufe der Jahre eine schöne Freundschaft und viel Respekt entstanden – und das gilt auch für die Gegner.“

Die Reise zu seinem heutigen Beruf war nicht immer einfach. Nach dem Abitur und einem Jahr an der Universität entschied er sich, das Studium, seine Freunde und seine Familie zu verlassen, um ins Priesterseminar zu gehen. „Das Loslassen war meine größte Angst“, gesteht er. Ein entscheidender Moment war eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela im Jahr 2015, wo er im Evangelium von Markus die Worte Jesu hörte: ‚Cento volte tanto‘ – ‚Hundertfach so viel‘. „In diesem Moment wusste ich, dass ich meinen Weg gefunden hatte.“

Und so jongliert Don Francesco Ametta weiterhin zwischen Messe und Training, zwischen geistlicher Führung und Fußballabenteuern. „Sonntags zelebriere ich die Messe und am Nachmittag, wenn es die Verpflichtungen zulassen, spiele ich Fußball“, erzählt er. „Es ist eine Herausforderung, aber ich schaffe es, beides unter einen Hut zu bringen.“

Obwohl seine Karriere als Fußballer vermutlich bald ein Ende haben wird – „vielleicht ein Jahr oder zwei noch“, so Ametta – wird er als der Priester in Erinnerung bleiben, der seine Mannschaft in der dunkelsten Stunde rettete und bewies, dass Glaube und Leidenschaft Hand in Hand gehen können. Und wer weiß, vielleicht ist er ja auch ein bisschen Inter-Fan, wie er zugibt: „Der Spieler, den ich heute am meisten bewundere, ist Lautaro, nicht nur wegen seiner Fähigkeiten auf dem Platz, sondern auch wegen seines Charismas.“