Svindal am scheideweg: comeback oder familienleben?

Aksel Lund Svindal, der zweifache Gesamtweltcupsieger, steht vor einer entscheidenden Weggabelung. Nach dem abrupten Ende des Comeback-Projekts von Lindsey Vonn, ausgelöst durch einen schweren Sturz bei den Olympischen Spielen, muss sich der Norweger entscheiden: kehrt er zurück in den hart umkämpften Weltcup-Zirkus oder priorisiert er nun das Familienleben?

Die konkurrenz schärft die elfenbeinstöcke

Die Nachfrage nach Svindals Expertise ist immens. Besonders in Norwegen, wo Aleksander Kilde nach einer langwierigen Verletzung fehlt, wird nach einer erfahrenen Leitfigur gesucht. „Es ist schön, dass sie mich wollen. Ich bin im ständigen Austausch mit den Jungs“, gab Svindal gegenüber norwegischen Medien zu. Doch nicht nur sein Heimatland macht ihm Avancen. Anfragen aus anderen internationalen Verbänden liegen bereits vor, was die Situation zusätzlich verkompliziert.

Das Comeback von Lindsey Vonn mag sportlich zwar erfolgreich gewesen sein – zwei Siege sprechen für sich – doch der Preis war hoch. Der schwere Sturz in Peking zwang die 41-jährige Amerikanerin zu einer Operation und beendete ihre ambitionierten Pläne abrupt. Svindal, der als ihr Trainer agierte, findet sich nun in einer neuen Realität wieder.

Familie versus weltcup: ein balanceakt

Familie versus weltcup: ein balanceakt

Der springende Punkt liegt jedoch im Privatleben. Svindal, der mit der Hürdenläuferin Amalie Iuel einen kleinen Sohn namens Storm hat, übernimmt aktuell die Rolle des Hausvaters, während seine Frau ihre eigene sportliche Karriere verfolgt. „Die Reisebelastung im Winter ist extrem und schwer mit dem Familienleben zu vereinbaren“, so der 43-Jährige ehrlich. Diese Erkenntnis stellt eine erhebliche Hürde für ein mögliches Comeback im Weltcup dar.

Die Entscheidung, ob der charismatische Norweger seine Skier wieder schnürt oder sich ganz dem Familienleben widmet, wird wohl erst im Laufe des Frühlings fallen. Eines ist jedoch sicher: Der Ski-Weltcup würde eine seiner prägendsten Figuren nur zu gerne wieder an der Piste sehen. Die Frage ist nur, ob der Reiz des Wettkampfs stärker wiegt als die Verantwortung für seinen kleinen Sohn.