Suhl will den nächsten paukenschlag – erfurt bangt, dresden träumt

Die Playoffs beginnen, und plötzlich sind drei ostdeutsche Teams mitten im Rennen um die deutsche Volleyball-Krone. Suhl braust als Pokalsieger, Dresden schielt auf Revanche, Erfurt hofft auf das Wunder gegen den haushohen Favoriten aus Stuttgart.

Der pokalsieger spielt mit dem feuer

Der VfB Suhl hat in dieser Saison schon so viele Siege geholt, dass die Halle in der Bleichstraße kaum noch Platz für neue Pokale bietet. Mit dem 3:1 in Aachen sicherte sich das Team von Laszlo Hollosy Tabellenplatz zwei – historisch. Jetzt kommt Wiesbaden, ein Gegner, den Suhl in der Hauptrunde zweimal zerlegte. Doch Hollosy warnt: „Im Viertelfinale zählt nur, wer als erstes zwei Siege hat, nicht, wer schöner spielt.“ Die Fans sollen laut werden, weil sie wissen: Ein früher Satzverlust könnte die Serie kippen.

Dresden will den favoritenstatus eintüten

Dresden will den favoritenstatus eintüten

Der Dresdner SC trägt seit Jahren das Label „Topklub“, doch der letzte Titel liegt fünf Jahre zurück. Mit dem 3:0 im Rückspiel gegen Münster schickte Alexander Waibl sein Team vor zwei Wochen schon mal in die richtige Richtung. Der CEV-Cup war keine Nebelkerze, sondern Schweißtherapie: fünf europäische Partien in 18 Tagen, dabei Chieri an den Rand einer Niederlage gebracht. Jetzt droht keine Reise mehr, nur noch die eigene Halle voller Zuschauer. Gegen Münster fehlt die Überraschung, nicht die Qualität.

Erfurt reist als lebende wundertüte

Erfurt reist als lebende wundertüte

Schwarz-Weiß Erfurt schaffte die Playoffs mit dem letzten Atemzug und trifft sofort auf den Goliath der Liga. MTV Stuttgart verlor nur ein einziges Mal – ausgerechnet im Pokalfinale gegen Suhl. Konstantin Bitter, heute Stuttgarter Coach, baute einst in Erfurt das Fundament, das ihn nun als Gegner erwartet. Drei klare Niederlagen zum Abschluss der Hauptrunde wirken wie ein Warnschuss. Co-Trainerin Rebekka Schneider nimmt den Druck raus: „Wir haben nichts zu verlieren, außer vielleicht den Respekt.“ Wenn Erfurt einen Satz ergattert, gilt das schon als Sieg gegen die eigene Anspannung.

Best-of-Three bedeutet: Ein Ausrutscher reicht, um zu scheitern. Die Ost-Clubs haben 48 Stunden, um sich entweder dem Traum näher oder die Tür zu schließen. Die erste Anfechtung fällt am Samstag, die Antwort am Sonntag – und am Dienstend könnte schon Schluss sein. Die Meisterschaft beginnt jetzt, nicht erst im Finale.