Suhl fliegt raus: hamburgs olympia-klüngelei nutzt thüringer ssz als feigenblatt

Hamburg hat das Suhler Schießsportzentrum (SSZ) mit einem Handschlag aus dem Olympia-Konzept geworfen – nachdem es zuvor als geopolitisches Alibi für den Nord-Süd-Ausgleich herhalten musste. Der Grund klingt harmlos: kürzere Wege. Die Wahrheit: Die Hansestadt spart sich 250 Kilometer, schafft dafür zwei neue Bauten in Wandsbek und Niedersachsen und erklärt das als Nachhaltigkeit.

Die friedberg-kehrtwende in zahlen

20 von 33 Wettkampfstätten liegen künftig im Stadtgebiet – ein Wert, der bei der letzten Präsentation noch 15 betrug. Die Verschiebung ist kein Detail: Sie entscheidet über 80 Millionen Euro Investitionen, die nun nicht mehr nach Thüringen fließen. Für Suhl heißt das: Keine neuen 50-Meter-Hallen, kein medialer Fokus, keine Nachwuchs-Euphorie. Stattdessen bleibt die Anschütz-Pistole im Regal, während in Hamburg zwei provisorische Hallen aus dem Boden gestampft werden.

Die Kehrtwende kommt, nachdem Berlin, München und das Rhein-Ruhr-Gebiet offiziell ihre Kandidaturen für 2036, 2040 oder 2044 eingereicht haben. Hamburg spürt den Wettbewerb und opfert das SSZ, um internen Widerstand zu minimieren. Die Botschaft: Olympia soll vor der Haustür stattfinden – auch wenn das bedeutet, dass Schützen nun zwischen zwei Bundesländern pendeln müssen.

Thüringens sportpolitik schaut in die röhre

Thüringens sportpolitik schaut in die röhre

Landessportbund und Wirtschaftsministerium hatten sich bereits mit Sponsorenrunden und Schulprojekten eingekauft. Die Enttäuschung ist groß, die Reaktion verhalten. Kein Statement von Ministerpräsidentin Schwesig, keine schriftliche Kritik aus Erfurt. Stattdessen flattert ein internes Schreiben durch die Behörde, das „weitere Optionen prüft“ – ein Phrase, die in der Sportwelt für „Wir haben verloren“ steht.

Am 31. Mai stimmt Hamburg ab. Sollte sich die Mehrheit gegen eine Bewerbung entscheiden, war das SSZ nur ein Jahr lang Spielball einer PR-Strategie. Sollte Hamburg gewinnen, wird der Ruf nach kurzen Wegen zur Absurdität: Denn dann reisen Athleten aus aller Welt durch Norddeutschland, während Thüringens Topanlage leer steht. Die Moral von der Geschichte: In der olympischen Logik zählt nicht die Qual der Anlage, sondern die Quote der Wahlkampfhilfe.