Haaland kauft norwegens teuerstes buch – und verschenkt es sofort
1,3 Millionen norwegische Kronen für ein Buch, das er selbst nie lesen wird. Erling Haaland schnappt sich Snorres Königssagen, zahlt einen historischen Spitzenpreis – und stellt das Prachtstück sofort in die Gemeindebibliothek seiner Heimat Time. Die Aktion wirft ein Schlaglicht auf den Superstar jenseits des Rasens.
Warum ein fußballer plötzlich bibliothekar spielt
Der Stürmer von Manchester City outet sich offen als „nicht der große Leser“. Trotzdem lässt er sich am 5. Dezember 2025 gemeinsam mit Vater Alf-Inge in Oslo in einen Bieterkampf ziehen, dessen Endsumme selbst erfahrene Auktionatoren stocken lässt: 120 000 Euro für eine einzelne, 432 Jahre alte Folio-Ausgabe. Der Grund liegt nicht in privater Gier, sondern in lokaler Liebe.
Haaland will die Königssagen nicht ins Regal eines Villenfitnessraums stellen. Er will sie sichtbar machen. Im öffentlichen Raum von Bryne und der Region Jæren, wo er als Kind mit dem Ball durch die Straßen tingelte. „Dort draußen stehen junge Leute, die noch nie ein Museum betreten haben. Vielleicht sprechen sie zum ersten Mal mit einem Buch, das denselben Boden unter den Füßen hatte wie sie“, sagt ein Vertrauter des Spielers.
Die Edition gilt als kulturelles Fundament Norwegens. Darin beschreibt Snorre Sturlason die sagenumwobenen Herrscher von Harald Schönhaar bis Olav Heiliger – Stoff, der in Schulen landesweit Pflichtlektüre ist. Nun also auch in Haalands Heimatbibliothek, wo künftig Ausstellungsstücke, Schulklassen und Fußballcamps parallel stattfinden sollen. Ein Mix, der beweisen soll, dass Bildung und Ballkunst kein Widerspruch sind.

Der preis ist programm
Mit 1,3 Millionen Kronen sprengt Haaland den bisherigen norwegischen Buchrekord um mehr als das Doppelte. Die Zahl ist kein Zufall. Sie entspricht in etwa dem Gehalt, das er in zwei Tagen bei City verdient. Die Spende wirkt deshalb nicht nur großzügig, sondern auch berechnet: Ein Star, der seine eigene Geschichte mit der Geschichte seines Landes verklammert. Marketingexperten sprechen von „Reverse-Storytelling“ – statt sich selbst zu inszenieren, inszeniert der Goalgetter ein Objekt, das größer ist als er.
Die Gemeinde Time reagiert mit einem offenen Schul-Wettbewerb: Wer das schönere Lese-Tagebuch schreibt, darf beim Heimspiel von Bryne FK in der Kabine Platz nehmen – natürlich neben Haaland, der per Video zugeschaltet wird. Die Aktion läuft unter dem Motto „Lies, wer dribbelt“. Ein Slogan, der selbst Fußball-Muffeln ein Grinsen abnötigt.
Die Bibliothek selbst bekommt einen neuen Glasvitrinenbereich, finanziert aus Haalands Stiftung. Die erste Sonderführung ist bereits ausverkauft – 400 Plätze weg, bevor der Verein die Pressemitteilung verschickte. Ein Indiz dafür, dass die Kombination aus Sportpromi und Nationalheiligtum offenbar einen Nerv trifft, den sonst kaum jemand bedient.
Haaland selbst bleibt knapp: „Ich schieße Tore. Andere schreiben Bücher. Aber wenn mein Name hilft, dass Kinder lesen, haben wir alle gewonnen.“ Ein Satz, der in die Geschichte von Bryne eingehen wird – direkt neben den alten Sagenvätern, die nun in einem eigenen Klimazimmer ruhen, finanziert von einem Fußballer, der sie nie selbst lesen wird. Ironie der Woche: geschenkt.
