Stützle schießt senators richtung playoff – grubauer bleibt kalt gestellt

Tim Stützle schlug zu, Philipp Grubauer saß stumm auf der Bank. Die deutsche NHL-Nacht lieferte genau dieses Bild: ein Treffer, der Ottawa in die Spur Richtung Postseason bringt, und ein deutscher Keeper, der nicht mal zum Zug kam.

Stützle trifft ins mark – senators siegen 7:4 in seattle

Drittes Drittel, Spielstand 5:2, die Kraken versuchen verzweifelt den Anschluss. Da flitzt Stützle mit dem Puck am Schläger durch das neutrale Zone, spielt einen Doppelpass mit Brady Tkachuk und versenkt trocken rechts oben. 6:2, Momentum gebrochen, Climate Pledge Arena verstummt. Die Senators fahren letztlich einen 7:4-Erfolg ein, der sie in der wild-card-Jagd auf Platz zwei der Eastern Conference hievt. Stützle steht nun bei 25 Saisontoren – ein Personalbest vor den letzten 14 Spielen.

Die Niederlage kassierte komplett Joey Daccord. Philipp Grubauer, eigentlich Kraken-Stammgoalie und letztjähriger Vezina-Finalist, durfte seine Maske nicht einmal ansetzen. Coach Dave Hakstol erklärte nach dem Abpfiff lapidar: „Wir wollten Joey die Chance geben, sich zurückzukämpfen.“ Grubauer selbst schwieg, packte nur seine Ausrüstung und verschwand durch den Catwalk. Seattle rutscht damit auf Rang neun der Western Conference – zwei Punkte hinter dem Playoff-Schnitt, ein Spiel mehr absolviert.

Peterka ohne scorer-punkt – utah gewinnt trotzdem in columbus

Peterka ohne scorer-punkt – utah gewinnt trotzdem in columbus

In Ohio ging es kaum weniger dramatisch zu. Die Utah Mammoth – so der neue Name der ehemaligen Sabres – benötigten Verlängerung, um die Blue Jackets mit 5:4 zu bezwingen. J. J. Peterka war 18:21 Minuten auf dem Eis, schoss drei Schüsse aufs Tor, blieb aber ohne Torbeteiligung. Den Overtime-Win erzielte Clayton Keller, Utah klettert auf Rang acht des Westens und hält Anschluss an die Wild-card-Ränge.

Für Peterka bedeutet das Spiel zwar keinen Zähler auf seinem Konto, aber Coach André Tourigny lobte den Deutschen dennoch: „Er erzeugt Tempo, verlagert die Defense, das ist genau das, was wir brauchen.“ Mit 35 Punkten aus 68 Partien bleibt der 22-Jährige auf Kurs – ein Quäntchen mehr Glück, und die 40-Punkte-Marke ist nur noch Formsache.

Die deutsche NHL-Runde also mit gemischten Gefühlen: ein Tor, das jubelt, ein Torhüter, der murrt, ein Stürmer, der neben sich steht. Die Saison ist noch lang, aber jeder Tag ohne Punkte kann im April wehtun – und jeder verschossene Schuss kann den Unterschied zwischen Golf und Playoff bedeuten.