Stuttgart zertrümmert augsburg mit 5:2 – undav wirft sich in den wm-ticket-wahnsinn

Der VfB Stuttgart hat Augsburg mit einer Demontage im Gepäck verlassen: 5:2 beim FCA, Platz drei praktisch gesichert, Deniz Undav in absoluter Sichtform. Nach Porto-Frust folgt Bundesliga-Faust – und die traf mitten ins Schwabenherz.

Deniz undav: 18 tore, sechs spiele in serie, ein lebenslauf in rot-weiß

Der Stürmer traf doppelt, legte das 5:2 auf und jagt jetzt nicht nur die eigene Bestmarke von 2024, sondern auch Julian Nagelsmann. In sechs Bundesligaspielen in Folge hat er getroffen – so konstant war selbst Erling Haaland nicht. „Ich mache gerade einiges richtig“, sagt Undav, als hätte er die Frage vorweggenommen. Die Antwort steht in der Torschützenliste: 18 Treffer, fünf Vorlagen, 23 Scorerpunkte seit Spieltag acht. Die WM im Visier, das Ticket in der Tasche.

Doch der Tag gehörte nicht nur ihm. Chris Führich und Maximilian Mittelstädt spielten auf der linken Seite wie in der Vize-Meister-Saison: ein Tor, zwei Pre-Assists, endlose Kombinationen. Mittelstädt wurde extra für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana nominiert – ein Spätnominierter mit Frühlingserwachen.

Resilienz statt reservisten: stuttgart antwortet immer – und sofort

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Fabian Rieder traf zum 1:3, Julius Kade zum 2:4. Beide Male schlug Stuttgart binnen Minuten zurück. „Wir hatten stets eine Antwort parat“, sagt Trainer Sebastian Hoeneß, der seine Mannschaft trotz Porto-Kater und Donnerstag-Flug sofort wieder auf Hochglanz polierte. Die Statistik: Nach zwölf Europa-League-Pflichtspielen folgten in der Liga zehn Siege, ein Remis, 30:11 Tore. Die Belastung? Ein Mythos.

Angelo Stiller dirigierte das Mittelfeld wie ein Dirigent ohne Stock, aber mit Durchsetzungsvermögen. „Wir haben viele Kilometer abgespult“, sagt er und klingt dabei wie ein Marathonläufer, der gerade den Sprint gewonnen hat. Die Kilometer zählen, die Punkte auch.

Restprogramm mit biss: bvb, bayern, leverkusen – stuttgart lacht

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Jetzt kommt die Crunch-Time: sieben Spiele, Pokal-Halbfinale gegen Freiburg, Gegner wie Dortmund, München und Leverkusen. Doch Stuttgart hat die Dreifachbelastung abgeschüttelt, die Moral auf Maximum gesetzt. Platz acht ist rechnerisch sicher, Platz drei realistisch. Die Frage ist nicht mehr, ob sie die Europa League vermissen, sondern wie lange sie die Champions League noch herbeisehnen.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Wer nach Europa ausscheidet und mit Wut zurückkommt, der gewinnt nicht nur Spiele – der gewinnt Saisons. Und vielleicht bald auch Weltmeistertitel. Denn wenn Undav so weitermacht, muss Nagelsmann bald einen Platz im Koffer freimachen. Für Stuttgart. Für Deutschland. Für den Wahnsinn.