Stuttgart peilt gegen porto den nächsten coup an
18.30 Uhr, MHP-Arena: Der VfB empfängt den FC Porto zum ersten Pflichtspiel überhaupt. Für die Schwaben ist das Achtelfinal-Hinspiel der Europa League ein Schlagerspiel mit Ansage – und für den Gegner die erste echte Bewährungsprobe ohne seinen kaputten Superstürmer.
Porto muss auf aghehowa verzichten – ein geschenk für stuttgart?
Die Diagnose war binnen Minuten durchs Lager gesickert: vorderer Kreuzbandriss. Samu Aghehowa, 21, 13 Liga-Tore, drei in der Europa League, wird dem portugiesischen Tabellenführer monatelang fehlen. Für den VfB ein kleiner Glücksfall, denn der Angreifer steht für die Geschwindigkeit, mit der Sergio Conceição seine Mannschaft in die Spitze schicken lässt.
Doch wer jetzt denkt, Porto biete sich an wie ein offener Safe, unterschätzt den Serienmeister. Mit 30 nationalen Titeln und zwei Pokalsiegen in den letzten drei Jahren reist der Klub nach Baden-Württemberg, wo er seit acht europäischen Auswärtsspielen ungeschlagen ist. Die Zahlen sind lautstarke Zeugen: 21 Siege, vier Remis, eine Niederlage – das ist die Bilanz in der laufenden Primeira-Liga-Saison.
Stuttgart wiederum hat sich in der Königsklasse der Europa League längst ein Standbein erobert. Seit der Gruppenphase zeigt das Team von Sebastian Hoeneß eine Laufbereitschaft, die selbst Gegner wie Atalanta und Juventus in Bedrängnis brachte. Die Taktik: frühes Pressing, schnelle Umschaltmomente, gefolgt von hereingeschlagenen Flanken auf den laufenden Silas oder den einschussbereiten Undav. Wenn es klappt, explodiert die Arena – und die Fangruppe „Cannstatter Kurve“ verwandelt sich in einen einzigen Trommelwirbel.
Die personelle Lage beim VfB ist komfortabler als noch vor Wochen. Genki Haraguchi kehrt nach Muskelfaserriss zurück, Waldemar Anton trainiert wieder voll mit. Lediglich Nikolas Nartey fällt aus. Das Duo Karazor–Stiller erhält damit Rückendeckung, um Diogo Costa, den portugiesischen Nationaltorhüter, in Bewegung zu halten. Die Devise lautet: Ballgewinn im Mittelfeld, sofortige vertikale Pässe, ehe Porto sich umstellen kann.
TV-Übertragung? Kein Problem. RTL zeigt die Partie frei empfänglich, parallel flackert der Stream bei RTL+ auf. Wer lieber mit offenen Augen durchs Netz surft, findet bei Sport BILD einen Liveticker, der sich in Echtzeit aktualisiert. Anpfiff 18.30 Uhr, Einlass bereits zwei Stunden vorher – das Stadion dürfte schon zum Warmmachen voll sein.
Die Europa League hat in dieser Saison gezeigt, dass Tradition erst dann zählt, wenn der Schiri pfeift. Porto ist favorisiert, Stuttgart aber bereit, den nächsten deutschen Klub-Coup zu landen. Wenn die Schwaben ihre Pressingmaschine auf Touren bringen, könnte der portugiesische Traum vom Titel schon im Achtelfinale einen ersten Dämpfer erhalten. Die Arena wird kochen – und das Netz hinterher glühen.
