Strelow verpasst podest – laegreid schreibt heimspiel-geschichte
Justus Strelow fuhr mit letztem Schuss die Fahnen herunter, grinste trotzdem. Neunter in Oslo, 2,30 Minuten hinter dem Sieger – das klingt nach Mittelfeld, ist aber eine Ansage. Denn der Sachse lieferte sich im Verfolgungsrennen einen Zoom-Kampf mit der eigenen Bestform und verließ die Schießbahn mit nur einem Fehler. Ein Podest blieb Zugereistes, doch die Botschaft zählt: Strelow reist mit Selbstvertrauen in den Sommer.
Nur einen fehler – und trotzdem keine chance
Die Rechnung war schnell gemacht: Selbst mit der perfekten Schießperformance wäre der Rückstand auf die Spitze zu groß gewesen. Die Loipe in Oslo lag schnell, die Norweger legten Tempo wie auf dem Highway. Strelow ackerte sich auf Rang neun, blieb damit der beste Deutsche und schob sich in die Top-Ten-Serie der Saison. „Mich freut es sehr, ein gutes Ergebnis mit ins Ziel zu nehmen“, sagte er im ZDF – kurz, knapp, sachlich. Mehr war nach 12,5 Kilometern nicht zu holen.
Dahinter herrschte deutsches Chaos. Philipp Nawrath knallte vier Mal daneben, landete auf Platz 15. Philipp Horn rutschte nach fünf Fehlern auf Rang 31 ab – ein Debakel. Auch Lucas Fratzscher, Leonhard Pfund und Elias Seidl schaufelten sich mit zwei bis sechs Fehlern außerhalb der Punkteränge. Der deutsche Biathlon-Winter endet mit einem Malheur-Feuerwerk statt mit Podest-Glanz.

Laegreid lässt die konkurrenz alt aussehen
Während die DSV-Truppe zähneknirschend abräumte, schrieb Sturla Holm Laegreid Heimspiel-Geschichte. Der Norweger sprintete sich den fünften Verfolgungssieg hintereinander – Rekord. Im Ziel-Zielsprint setzte er sich mit einer Schuhspitze vor Eric Perrot durch, der an diesem Sonntag eigentlich der Schnellste war. Emilien Jacquelin wurde mit zwei Fehlern Dritter und schob Frankreich aufs Treppchen. Die Zuschauer im Holmenkollen tobten – Skandinavisches Wintermärchen live.
Die Zahmehrheit der Deutschen bleibt damit auf der Strecke. Nur Strelow rettet sich in die Top Ten, sammelt Punkte füs Weltcup-Konto und zieht eine positive Bilanz. Für die Massenstarts am Sonntag (13.45 Uhr) bleibt die Luft dünn – die Formkurve zeigt nach oben, die Podest-Chance nach Norwegen.
Am Ende zählt ein Fazit: Ein einzelner Strelow kann noch so sauber schießen, wenn das Team versackt, bleibt der deutsche Biathlon-Sommer ein Aufbauprogramm. Die Kugel liegt jetzt beim Verband – und auf der Schießbahn von Oslo.
