Play-off-fieber in der hbf: dortmund zittert, oldenburg jagt thc

Ein Buzzerbeater am Dienstag, drei Punkte Vorsprung – und trotzdem kein Ruhepolster. Borussia Dortmund hat die Schmach der vergangenen Saison noch in den Knochen, weiß, wie schnell eine scheinbar sichere Tabellenführung verpufft. Deshalb flucht Trainer Markus Gaugisch beim Gedanken an Samstagabend: Blomberg-Lippe empfängt den VfL Oldenburg, jene Mannschaft, die den THC aus Rang vier kicken und die Play-off-Bühne endgültig betreten könnte.

Oldenburk kurve reicht, flames wollen mehr

Die Rechnung ist schnell gemacht: Verliert Oldenburg in Lippe, hat der Thüringer HC vor dem letzten Hauptrundenspieltag die Play-off-Tür zugehalten – ein Punkt genügt den Erfurterinnen am Samstag gegen Buxtehude, um sich Platz drei und damit Heimrecht im Viertelfinale zu sichern. Für die Flames wäre ein Sieg gegen Oldenburg gleich doppelt süß: Sie stünden als Tabellenzweiter fest und würden Dortmund unter psychologischen Druck setzen, denn der Meister von 2023 spielt erst am Ostermontag nach.

Der VfL aber reist mit Turbo-Programm: zwei Nachholpartien, beide Auswärts – in Zwickau und Dortmund. Trainer Henk Groener schickt seine Schützlinge mit dem Motto in die Lippe-Arena: „Wir brauchen sechs Punkte aus den letzten drei Spielen, sonst schauen wir in die Röhre.“ Die Personalie Kristina Dramac wird dabei zur X-Faktor: Die Rückraumkanonierin schwang sich nach ihrer Achillessehnen-Pause zuletzt zur Topscorerin auf, wirft derzeit 7,8 Tore pro Partie.

Play-off-modus: kein platz für nerven

Play-off-modus: kein platz für nerven

Wer nach 26 Spielen die Play-offs erreicht, darf sich auf ein Best-of-Three-Feuerwerk freuen. Gleichstand nach 60 Minuten? Zwei Verlängerungen, dann Siebenmeter. Ein Remis zählt nicht – genau wie in der Königsklasse geht es ab dem Viertelfinale nur noch Sieg oder Niederlage. Aktuell stünden Dortmund gegen THC und Blomberg gegen Bensheim/Auerbach vor, doch ein einziger verspielter Punkt kann die Karten neu mischen.

Die Hinterbänkler haben indes eigene Dramen. Platz fünf bis elf bestreiten eine Einfachrunde, wobei Rang fünf ein Heimspiel im DHB-Pokal-Viertelfinale verspricht und Rang elf in die Relegation rutscht. Hier führt Oldenburg die Tabelle mit sechs Bonuspunkten an, doch Neckarsulm und Metzingen lauern mit je zwei Punkten Rückstand. Die Entscheidung fällt am Karsamstag, wenn fünf Spiele gleichzeitig um 19 Uhr angepfiffen werden – ein Termin, den die Liga bewusst als „Final Saturday“ brandmarkt.

Die Uhr tickt. Noch acht Tage bis Ostern, noch maximal neun Punkte zu verteilen. Wer zittert, wer träumt, wer wird zur unbequemen Wahrheit? Die Antwort steht in den Knien der Kreisläuferinnen und in den Reflexen der Torhüterinnen – nicht in Excel-Tabellen. In der HBF zählt jetzt nur noch eins: Sieg oder Saisonende.