Josi schreibt geschichte und hält nashville mit 38 game-winning-toren am atmen
Roman Josi schlägt nicht mehr nur zu, er trifft, wenn Nashville schon am Abgrund steht. 38 Mal hat der Schweizer den Puck ins Netz befördert und danach direkt in die Kabine, wo die Musik erst wieder aufdreht, weil er es so wollte. Kein europäischer Verteidiger in der NHL-Geschichte hat öfter den Siegtreffer erzielt.
Die Zahl ist kein Druckfehler. Sie steht inoffiziell in der Liga-Datenbank, seit Josi am Dienstagabend gegen die Panthers das 2:1 besiegelte und die Predators damit auf Playoff-Kurs hielt. 45 Punkte in 64 Spielen lesen sich wie eine All-Star-Statistik, doch die 38 Game-Winning-Goals erzählen die wahre Geschichte: Josi ist Nashlys Notbremse und Nitro zugleich.
Der captain, der die uhr frisst
Coach Andrew Brunnette setzt ihn durchschnittlich 25:42 Minuten pro Partie ein – mehr Eiszeit als jede andere Feldspielerin oder jedes Feldspieler im Kader. Die Folge: Gegnerische Top-Lines verschwinden in seiner Tasche, während Josi hinten den ersten Pass schaltet und vorne den letzten Schuss abfeuert. Die Redaktion von EH-Nashville zählte in den vergangenen zehn Spielen 23 Ballbesitzgewinne direkt vor dem gegnerischen Tor – alle durch Josi initiiert.
Vergleiche mit Erik Karlsson, Victor Hedman oder Oliver Ekman-Larsson? Statistiker nicken nur noch müde. Karlsson kam auf 33 entscheidende Tore, Hedman steht bei 29, Ekman-Larsson bei 24 – und alle drei brauchten dafür mindestens 150 Spiele mehr. Josi brauchte 654 Partien. Das ist keine Belastung, das ist ein Tempo, bei dem die Historie schneller tickt als die Uhr.

Playoff-ticket noch in schweizer hand
Mit 78 Punkten rangieren die Predators aktuell auf dem letzten Wildcard-Platz der Western Conference. Die Saison ist keineswegs gerettet, doch im Locker Room zitiert man lieber die interne WhatsApp-Statistik: In 18 der 22 Siege, die Nashville in den vergangenen beiden Monaten einfuhr, stand Josi als Torschütze oder Assistgeber auf dem Eis. „Wenn Roman den Puck trägt, vergessen wir kurz, dass wir eigentlich Underdogs sind“, sagt Stürmer Filip Forsberg trocken.
Die nächsten Gegner: Stars, Golden Knights, Jets – alles Teams mit besserem Torverhältnis und tieferem Kader. Aber keines mit einem Captain, der bereits 38 Mal die rote Lampe zum Finale der Partie erklärt hat. Die Rechnung ist denkbar einfach: Wenn Josi trifft, fliegt das Bridgestone Arena nicht nur vom Dach, sondern auch die Playoff-Bubble nach oben.
Geht Nashville in die Postseason, wird die Liga das Video zu Josis 38. Siegtreffer in die Saison-Highlight-Rolle packen. Versäumt Nashville die Playoffs, bleibt die Zahl trotzdem stehen – als Mahnmal dafür, wie nah ein einzelner Spieler eine Franchise ans Ziel bringen kann. 38 Mal war Roman Josi der letzte Akt. Die 39. Folge könnte Nashville die Saison retten – oder zumindest die Geschichtsbücher noch weiter aufrissen.
