Strelow sprintet auf rang neun – laegreids machtdemonstration

Justus Strelow hat die letzte Patrone noch rausgeholt, doch die Konkurrenz war schon längst im Ziel. Mit einem Fehler am Schießstand und 2,30 Minuten Rückstand beendete der 25-jährige Sachse das Verfolgungsrennen von Oslo auf Platz neun – seine beste Saisonleistung, aber Lichtjahre vom Podest entfernt.

Laegreids heimspiel wird zur gala

Laegreids heimspiel wird zur gala

Sturla Holm Laegreid feierte vor 30 000 klatschnorwegischen Fans seinen fünften Weltcup-Sieg in Serie. Der 27-Jährige setzte sich im Zielsprint mit hauchdünnen 4 Zentimetern vor dem französischen Gesamtweltcupsieger Éric Perrot durch – ein Bild, das die Dominanz des Norwegers in dieser Olympia-Saison auf den Punkt bringt. „Ich kann es selbst kaum fassen“, sagte Laegreid nach dem Rennen, die Stimme noch vom Anstieg bis zur Ziellinie rau. „Fünfmal in Folge zu gewinnen, das übersteigt meine wildesten Träume.“

Die deutsche Bilanz bleibt düster. Philipp Nawrath schoss sich mit vier Fehlern auf Rang 15, Philipp Horn kassierte fünf Strafrunden und landete abgeschlagen auf Platz 31. Die übrigen DSV-Läufer rutschen noch tiefer: Franz Schaser (39.), Lucas Fratzscher (46.), Leonhard Pfund (48.) und Elias Seidl (54.) verwandelten das Verfolgungsrennen in eine Geduldsprobe.

Strelow selbst nahm’s mit Sportsgeist. „Ich wollte einfach sauber schießen und Gas geben“, sagte er im ZDF. „Neunter Platz ist okay, aber ich spüre, dass mehr drin war.“ Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 2,30 Minuten Rückstand sind in der Biathlon-Welt ein Grand Canyon. Und doch: Im Vergleich zu seinen Teamkollegen war Strelow der einzige, der die Ehre rettete.

Am Sonntag um 13.45 Uhr stehen die Massenstarts an – letzte Chance, dem norwegischen Triumphzug noch einmal die Spikes in den Weg zu stellen. Doch wer die Formkurven studiert hat, weiß: Laegreids Siegesserie ist keine Serie mehr, sie ist ein Statement. Und Deutschland schaut bislang nur zu.