St. paulis präsident göttlich hält an wm-kritik fest – trotz dfb-rüge

St. paulis präsident göttlich hält an wm-kritik fest – trotz dfb-rüge

Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli, hält weiterhin an seiner kritischen Haltung gegenüber der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA fest. Trotz einer Rüge des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) will er die Debatte um einen möglichen Boykott fortsetzen. Göttlich betonte, dass man ein wichtiges Thema nicht einfach ignorieren dürfe.

Kritik an den bedingungen in den usa

Am Rande des DFB-Pokal-Viertelfinals bei Bayer Leverkusen äußerte sich Göttlich im ZDF zu seinen Bedenken. Er könne die kritische Rückmeldung des DFB zwar akzeptieren, sei aber dennoch überrascht gewesen. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, vor der Teilnahme an einem großen Turnier die Bedingungen vor Ort zu prüfen – insbesondere hinsichtlich des Zugangs für Fans und die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung.

Fußball darf nicht im vakuum stattfinden

Fußball darf nicht im vakuum stattfinden

„Fußball funktioniert nicht im Reagenzglas“, mahnte Göttlich. Er sieht in den USA Versuche, eine demokratische Spaltung herbeizuführen. Der DFB stimme sich zwar eng mit der Bundesregierung ab, doch müsse man sich seiner Meinung nach kritisch hinterfragen, ob es in Ordnung sei, einer sportlichen Bühne für demokratiefeindliche Tendenzen zu bieten.

Dfb-position und göttlichs einschätzung

Dfb-position und göttlichs einschätzung

Göttlich glaubt sogar, dass der DFB unter der Führung von Präsident Bernd Neuendorf ihm in gewisser Weise dankbar sei, da die Diskussion frühzeitig begonnen habe. Dies ermögliche eine sinnvolle Vorbereitung und vermeide eine hitzige Debatte kurz vor dem Turnier. Er fordert jedoch nicht, dass sich die Spieler vor den Zuständen in den USA verschließen sollten.

Die rolle des deutschen und europäischen fußballs

Vielmehr müsse sich der deutsche und europäische Fußball bewusst werden, in welche Länder man reise und wofür man dort stehe. Göttlich äußerte die Hoffnung, dass man in den USA erfolgreich sei und „für die Demokratie Fußball spielt“. Er betonte die Wichtigkeit, die eigenen Werte zu vertreten.

Dfb-position: kein boykott in sicht

Der DFB hat bereits klargestellt, dass ein Fernbleiben von der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) derzeit kein Thema sei. Solche Debatten sollten intern geführt werden, so die offizielle Position des Verbandes. Die Diskussion um die ethischen Aspekte der WM bleibt jedoch bestehen.