St. gallen dreht spiel nach kabinen-schlager: baldés doppelpack rettet punkt

St. Gallen entging in Luzern einer Niederlage – dank einer explosiven Kabinenansprache und dem furiosen Auftritt von Aliou Baldé. Nach einer erschreckend schwachen ersten Halbzeit, die offenbar zu deutlichen Worten führte, bewiesen die Espen im zweiten Durchgang Moral und spielerische Überlegenheit.

Kabinen-drama: stanic bringt die mannschaft auf trab

Die Partie verlief für St. Gallen zunächst alles andere als zufriedenstellend. Die Luzerner Führung war verdient, und die Stimmung im Gästeblock – sowie vermutlich auch in der Kabine – angespannt. Lautstarke Worte, die offenbar aus der Kabine drangen, deuteten auf eine hitzige Auseinandersetzung hin. Wie Trainer Enrico Maassen bestätigte, waren es nicht seine Worte, die die Spieler aufschüttelten. Vielmehr übernahm Jozo Stanic, der Innenverteidiger, das Kommando und forderte seine Kollegen verbal zur Höchstleistung auf. Ein Ausbruch, der sich als äußerst effektiv erwies.

“Manchmal braucht es das”, erklärte Stanic nach dem Spiel, ohne seinen Ausbruch zu bereuen. Die dünnen Wände der Swissporarena ließen die Ansprache ungefiltert nach außen dringen – ein Beweis für die Intensität des Moments.

Baldé wird zum matchwinner: zwei tore, eine wende

Baldé wird zum matchwinner: zwei tore, eine wende

Die Kabinenpredigt hatte den gewünschten Effekt. St. Gallen agierte im zweiten Durchgang mit einer völlig neuen Energie und fand den Weg zurück ins Spiel. Aliou Baldé, der in der zweiten Halbzeit auf den Flügel vorgerückt war, avancierte zum entscheidenden Faktor. Mit zwei Treffern sicherte er dem FCSG den Punkt und bewies einmal mehr seine Torgefahr. Seine Leistung war der entscheidende Wendepunkt in einer Partie, die lange Zeit aussichtslos schien.

Während die Spieler von St. Gallen die Moral feierten, nagte der verspielte Vorsprung an den Luzerner Nerven. Ein kleiner Disput zwischen Tom Gaal und Adrian Bajrami verdeutlichte die angespannte Atmosphäre, doch Gaal nahm diesen Vorfall gelassen zur Kenntnis: “Ein bisschen Emotionen am Schluss sind auch geil.”

Blick voraus: halbfinale im cup im visier

Blick voraus: halbfinale im cup im visier

Mit dem Rückenwind des Punktgewinns richtet der FCSG nun den Blick auf das Cup-Halbfinale gegen Yverdon. “Es ist ein Do-or-Die-Spiel. Wir wollen mit unseren Fans nach Bern”, betonte Gaal. Trainer Maassen mahnte jedoch zur Vorsicht: “Das ist keine Garantie. Es wird ein schwieriges Spiel.” Die Serie von 14 ungeschlagenen Spielen ist beeindruckend, doch die Konzentration muss nun voll auf das Halbfinale gelegt werden. Die Aufholjagd in Luzern hat gezeigt, dass die Mannschaft über die nötige mentale Stärke verfügt, um auch unter Druck zu bestehen.