1. Fc nürnberg trennt sich von oostendorp – isabel bauer übernimmt sofort
Der 1. FC Nürnberg zieht die Reißleine. Nach nur vier Punkten aus zwölf Rückrundenspielen flog Thomas Oostendorp mit sofortiger Wirkung raus. Seine Nachfolgerin kennt der Club seit Jahren: Isabel Bauer, 27, ehemalige Mittelfeldspielerin und zuletzt Co-Trainerin, soll den Absturz auf Platz 11 stoppen.
Ein sieg rettete nicht – die analyse war längst fertig
Die 5:3-Sensation gegen Frankfurt in der Hinrunde zählt nicht mehr. Seitdem holte das Team gerade einmal vier Zähler, das 0:1 gegen Hamburg am letzten Spieltag war nur die Spitze des Eisbergs. Osman Cankaya, Leiter Frauenfußball, spricht offen: „Wir haben die notwendige Stabilität vermisst.“ Die Entscheidung fiel bereits nach Wochen interner Prüfung, nicht erst nach dem Schlusspfiff am Sonntag.
Der Niederländer Oostendorp war im Sommer 2023 als Aufstiegsheld angekommen. Jetzt endet seine Amtszeit nach 33 Monaten mit dem bitteren Beigeschmack, dass seine eigene Assistentin ihn ablöst. Bauer war als Analyse-Expertin unter ihm eingestiegen, kennt jede Spielerin, jeden Datenpunkt. „Ich brauche keine Einarbeitung“, sagt sie, „ich will sofort punkten.“

Debüt in frankfurt – ein ort mit geschichte
Bereits am Montag (18 Uhr, live auf kicker) führt sie die Mannschaft in der Mainmetropole auf. Genau dort, wo der Club im Oktober den höchsten Saisonsieg feierte. Die Frankfurter haben sich seitdem aber verstärkt, liegen drei Punkte vor Nürnberg. Für Bauer zählt nur ein Ergebnis: „Wir müssen mindestens einen Punkt mitnehmen, um Luft nach unten zu behalten.“
Der Abstand zur Relegation beträgt vier Punkte, die Rückrunde noch neun Spiele lang. Die 27-Jährige bekommt freie Hand, verzichtet aber auf neue Co-Trainer: „Ich übernehme auch die Analyse, das kenne ich blind.“ Ihre erste Trainingseinheit startete bereits heute Morgen mit einer knappen Ansage: „Wer läuft, spielt. Wer zögert, sitzt.“
Der Club setzt damit auf Kontinuität statt auf einen externen Retter. Ob das reicht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Die Bundesliga verzeiht keine Schwäche – und die Uhr tickt laut.
