Zverev taumelt durch montecarlo: 0-4, 5-2 – und dann dreht der deutsche auf

Alexander Zverev hat seinen ersten Auftritt auf roter Asche seit fast einem Jahr als handfesten Krimi inszeniert. Der Weltranglisten-Dritte kratzte gegen Cristian Garín am Rande der Niederlage, versenkte sich bis zum Knie im Monte-Carlo-Dreck und kam doch noch mit 4-6, 6-4, 7-5 durch. Drei Matchbälle brauchte er, 47 unerzwungene Fehler schleppte er mit – und eine Erinnerung an die Roland-Garros-Junior-Finale 2012, die Garín damals klar gewann.

Der satz, in dem zverev fast unterging

4-0 und später 5-2 im dritten Satz – da schien der Deutsche bereits weggezählt. Doch plötzlich fand er die Lücke zwischen Grundlinie und T-Linie wieder, zog den Chileaner in lange Rückhand-Duellen und erzwang den Fehler. „Ich habe mein Level noch nicht, ehrlich gesagt“, sagte er hinterher, die Stimme rau vom roten Staub. „Elf Monate keine Sand-Matchpraxis, dann direkt Monaco – das ist kein Spaziergang.“

Die Statistik lügt nicht: 47 Winner gegen 47 Fehler, ein Ausgleich, der selten so sehr nach Balance zwischen Genie und Wahnsinn aussah. Garín hatte drei Breakbälle beim 5:5, doch Zverevs Aufschlag +1 landete zweimal auf der Linie, einmal rutschte Garín weg. Schlußpunkt mit dem platzierten Vorhand-Longline – 7:5, Toilettenpaar Jubel, Center Court erleichtert.

Bergs wartet – und ein junger wildcard zieht alle blicke auf sich

Bergs wartet – und ein junger wildcard zieht alle blicke auf sich

Als nächstes steht Zizou Bergs bereit, der gestern den gesetzten Rublev mit 6-4, 6-1 nach Hause schickte. Der Belgier spielt frei auf, hat nichts zu verlieren – und genau das macht ihn gefährlich. Zverev kennt ihn nur aus Trainingseindrücken, doch der Videocut zeigt: Bergs nimmt den Ball absurd früh, umgeht so die hohe Rotation, die den Deutschen sonst Sicherheit gibt.

Während also Zverev noch den roten Staub aus den Schuhen klopft, sorgt ein 18-jähriger Brasilianer für das nächste Stimmungsbild. Joao Fonseca schrieb mit seinem Einzug in Runde drei Geschichte: seit Nadal und Gasquet 2005 war kein Teenager mehr so weit in Monte Carlo. Gegen Rinderknecht ließ er einen Satz liegen, schraubte dann aber das Tempo auf 200 km/h First-Serve-Höhe – und plötzlich stand der Sieger fest.

Sinner bekommt machac – und ein double-bagel für berrettini

Sinner bekommt machac – und ein double-bagel für berrettini

Jannik Sinner spart Kräfte. Sein Gegner Tomas Machac musste gegen Cerúndolo nur zwei Sätze, verlor im Tiebreak gerade zwei Punkte. Vier Duell, vier Hardcourt-Siege für Sinner, aber Sand ist ein anderes Blut. „Wenn er die Linie früh trifft, wird’s eng“, sagte Sinner gestern locker, während er einen Ball nach dem anderen in die Ecke schob.

Daneben lieferte Matteo Berrettini ein Statement ab: 6-0, 6-0 gegen Medvedev, der nach dem Match nur den Kopf schüttelte. Kein Spiel, keine Antwort, nur Staub. Für den Italiener ist es die Rückkehr in die Zone, die ihm 2021 Wimbledon einbrachte – und eine Warnung an jeden, der glaubt, Sand sei nur für Spanier und Südamerikaner.

Der Countdown läuft. Monaco zeigt, wer den Frust der Vorbereitung in Schweiß umwandelt – und wer im roten Pulver steckenbleibt. Zverev hat die erste Schlammschlacht überlebt, doch die nächste beginnt in weniger als 48 Stunden. Seine Bilanz: vier Masters auf Sand, nur Djokovic liegt vorne. Die Frage ist nicht, ob er kann, sondern ob er es diesmal schneller findet als gestern. Die Antwort folgt auf dem Center Court, wo keiner Mitleid kennt – nur den nächsten Aufschlag.