Zürich zittert: barrage-los schickt hoppers in die höhle, aarau jagt mit vollgas

Der Grasshopper Club Zürich muss im Mai wohl wieder ums Super-League-Uberleben zittern. Am Freitag fiel das Los: Der Barrage-Gegner aus der Challenge League darf zuerst daheim schießen – ein Vorteil, der die GC-Defensive schon zweimal an den Rand der Verzweiflung brachte.

Die tabelle lügt nicht: aarau und vaduz trennt nur das torverhältnis

Zehn Spieltage vor Schluss stehen FC Aarau und FC Vaduz punktgleich an der Spitze. Nach dem 3:1 in Winterthur hat Aarau die bessere Tordifferenz, Vaduz aber den direkten Vergleich. „Das Duell wird in Lausanne fallen, nicht im Tagesgeschäft“, sagt ein Liga-Insider. Gemeint ist das letzte Aufeinandertreffen am 34. Spieltag – ein Finale im Finale.

Die Grasshoppers müssen sich indes auf zwei Szenarien einstellen. Plan A: 20. und 23. Mai. Plan B: 28. und 31. Mai – falls der Cup-Finalist (24. Mai) auch Relegations-Kandidat ist. Die Swiss Football League will den Termin-Stress vermeiden, doch genau den kriegen die Zürcher seit Jahren serviert.

Loshi zieht die kugel, gc zieht den kürzeren

Loshi zieht die kugel, gc zieht den kürzeren

Zamir Loshi, früher selbst Challenge-League-Spieler, zog die Kugel aus dem Lostopf. Sein frischer Blick traf den alten Patienten. Die Statistik spricht gegen GC: In den letzten beiden Barrages verlor das Team mit Heimrecht im Rückspiel die Partie – und die Nerven. Die Fans erinnern sich an den Mai 2022 wie an einen schlechten Film, nur ohne Happy End.

Der FC Aarau hat andererseits nichts zu verlieren. „Wir wollen dieses Jahr den Knoten durchschlagen“, sagt Kapitän Olivier Jäggi nach dem Sieg in Winterthur. Die Mannschaft fuhr direkt durch die Nacht zurück ins Aargau, wo schon 200 Kilometer Sekt bereitstand – ein kleiner Vorgeschmack auf die Großbaustelle Mai.

Für die Grasshoppers bleibt nur eins: Sie müssen endlich lernen, dass Schönheit allein nicht rettet. Die Barrage ist kein Kunstturnen, sondern ein Kampf ums nackte Überleben. Wer zwei Mal hintereinander nur knapp entkommt, darf sich nicht wundern, wenn das Los irgendwann den Namen nicht mehr zieht – sondern die Rechnung.