Zug und bern steigen auf: lakers und biel scheitern dramatisch
Zwei Serien, zwei klare Botschaften. Der EV Zug ließ den SCRJ Lakers keine Chance auf eine Wende, und der SC Bern schickte einen enttäuschenden EHC Biel in die Sommerpause. Die Play-Ins haben ihre Urteile gesprochen.
Zug macht es früh klar – genoni hält den rest
Bereits in der 7. Minute war die Partie in Zug praktisch entschieden. Colin Lindemann verwertete einen Abpraller von Melvin Nyffeler zum 6:2 – ein Treffer, der die Serie in die Schublade legte, bevor das Mitteldrittel überhaupt richtig begonnen hatte.
Die Lakers wachten auf. Zu spät, aber immerhin. Nicklas Jensen traf in der 39. Minute zum moralischen Anschluss, und Tanner Fritz brachte in der 53. Minute die Hoffnung zurück, als er plötzlich allein im Slot stand und den Puck oben links versenkte. Kurz flackerte etwas auf in der Lakers-Kurve.
Trainer Johan Lundskog zog Nyffeler bereits in der 57. Minute vom Eis und schickte sechs Feldspieler. Die St. Galler kamen noch zu Chancen – mehreren sogar. Doch Leonardo Genoni stand wie eine Wand. Der Routinier ließ sich nicht mehr bezwingen und sicherte dem EVZ den Playoff-Einzug. Die Lakers müssen nun den langen Weg über das letzte Play-In-Spiel gegen Bern nehmen.

Biel reist nach bern und kehrt nicht zurück
Ein 4:3-Vorsprung aus dem Hinspiel. Klingt nach einer guten Ausgangslage. War es nicht. Der EHC Biel spielte in Bern so, als hätte man das Playoff-Format nicht ganz verstanden.
Von Beginn an war es ruppig. Mehrere Scharmützel, Strafzeiten auf beiden Seiten – und ausgerechnet diese Atmosphäre beflügelte den SC Bern. Im Mitteldrittel nutzte Bern ein Powerplay eiskalt: Tristan Scherwey bediente Marco Müller auf der rechten Seite, Harri Säteri stand zu weit vor dem Tor und wurde in der nahen Ecke erwischt. Ausgeglichen nach 83 Spielminuten in der Serie.
Dann der Penalty. Rodwin Dionicio warf seinen Stock – eine Aktion, die man sich schlicht nicht leisten darf. Hardy Häman Aktell scheiterte zunächst an Säteri, traf aber in der 36. Minute per Slapshot und brachte die Mutzen in Führung. Das Momentum gehörte nun vollständig den Bernern.
Kurz vor der zweiten Pause gab es eine jener Szenen, die Eishockey-Fans noch Jahre später beschäftigen: Marco Lehmann brachte die Scheibe per Rückhandschuss aufs Bieler Tor, Säteri fischte sie mit der Fanghand – doch die Hand befand sich teils hinter der Linie. Die Schiedsrichter entschieden auf kein Tor. Der Videobeweis reichte nicht für eine Korrektur. Eine Erinnerung an Martin Gerbers legendäre Parade bei den Olympischen Winterspielen 2006 gegen Kanada drängte sich auf.
In der 50. Minute war es vorbei. Wieder Scherwey, wieder Müller – diesmal aus spitzem Winkel, diesmal der entscheidende Treffer zum 2:0 im zweiten Spiel. Victor Ejdsell versenkte die Scheibe noch ins verlassene Bieler Tor und machte den Gesamtscore von 7:4 perfekt.
Biel blieb blass, ideenlos und weit unter seinen Möglichkeiten. Trainer Christian Dubé wird sich die Fehler seiner Mannschaft lange anschauen müssen. Bern dagegen agierte aus einer stabilen Defensive heraus, nutzte jeden Bieler Fehler und bewies, dass Play-In-Hockey vor allem eines verlangt: Nerven. Die Mutzen treffen nun auf die Lakers – und einer von beiden ist dann endgültig draußen.
