Zigi patzt gegen österreich – ghana-torwart versinkt im schneechaos

Lawrence Ati Zigi wollte zurück in die Nummer-eins-Rolle von Ghana, doch das Testspiel gegen Österreich wurde seine schwarze Stunde. Fünf Gegentore bei klirrender Kälte in Innsbruck – der FC-St.Gallen-Schlussmann wirkte oft ratlos, ein einzelner Reflex kurz vor dem Pausenpfiff konnte das Debakel nicht kaschieren.

Die Statistik nagelt ihn fest: vier der fünf Treffer gingen aus kurzer Distanz, zwei nach Standard-Situationen. Zigi blieb bei der zweiten Bällen hängen, sein Abwehrverbund reagierte zu spät. „Wir haben wie U18 gespielt“, sagte Nationaltrainer Otto Addo mit sichtlichem Ekel, ohne seinen Torwart namentlich zu schützen.

Warum addo plötzlich wieder auf zigi setzte

Warum addo plötzlich wieder auf zigi setzte

Seit November 2024 stand Zigi nur einmal zwischen den Pfosten – ein Freundschaftsspiel gegen Trinidad und Tobago. Addo rotierte seither durch, weil die Qualifikation für den Afrika-Cup kläglich misslang. Mit 29 Jahren galt Zigi als erfahren, aber eben nicht unumstritten. Das Experiment in Innsbruck war seine dritte Chance innerhalb von 18 Monaten.

Der Hintergrund: Erstkeeper Jojo Wollacott fällt mit einer Schulter-Operation aus, Ersatzmann Richard Ofori patzt in der Süper Lig regelmäßig. Addo suchte Haltung – und fand sie nicht. Zigi selbst sprach nach Abpfiff von „einem Rückschritt, der weh tut“, betonte aber, „ich werde nicht aufgeben“. Der Satz klang nach Routine, nicht nach Überzeugung.

Die Gefahr für Zigi: Addo testet bereits den 21-jährigen Lens-Profi Abdul Kadiri Mohammed, der in der Ligue 2 drei Clean Sheets in Serie hielt. Intern heißt es, dass die WM-Kaderplätze Ende Oktober vergeben werden – zwei Monate, in denen Zigi bei St.Gallen liefern muss. Die Super League startet gerade in ihre entscheidende Phase, die Punkte gegen Basel und YB werden zum Stimmungsbarometer.

Ein letztes Detail zeigt, wie schnell sich Stimmungen drehen: Bei der WM 2022 war Zigi noch Ghanas Held, hielt den Sieg gegen Südkorea mit letzter Kraft fest. 28 Monate später fragt sich selbst der Verband in Accra, ob das Tor gegen Baumgartner wirklich seine einzige nennenswerte Parade bleibt. Die Antwort entscheidet über seine Reise nach Nordamerika – oder über einen Sommer voller Fragen.