Wm 2026: blatter warnt vor trump und infantinos komplizenschaft

Erinnerungen an '94 – die wm im schatten von o.j. simpson

Die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA weckt Erinnerungen an das Turnier von 1994. Sepp Blatter, damals Fifa-Generalsekretär, erinnert sich an den 17. Juni 1994, den Eröffnungstag, der jedoch von der Verfolgungsjagd nach O.J. Simpson überschattet wurde. Alan Rothenberg, Chef des amerikanischen Organisationskomitees, war verzweifelt, als die Verfolgung die Aufmerksamkeit von der WM abzog. Blatter betont, dass man in den USA immer mit dem Unerwarteten rechnen muss.

Trump als potenzieller wm-dominator

Trump als potenzieller wm-dominator

Blatter äußert Bedenken hinsichtlich des Einflusses von Donald Trump auf die WM 2026. Er prognostiziert, dass Trump die WM für seine Selbstinszenierung nutzen wird, unterstützt von Fifa-Präsident Gianni Infantino. Blatter bezeichnet Infantino dabei als „Komplizen“ Trumps. Er verweist auf die bereits geschenkte WM-Trophäe und den Fifa-Friedenspreis an Trump.

Einreiseverbote und vertragsbruch?

Einreiseverbote und vertragsbruch?

Im Gegensatz zu Bill Clinton, der 1994 die verbindende Kraft des Fußballs hervorhob, hat Trump Einreiseverbote für Fans aus 39 Ländern verhängt, darunter auch qualifizierte Nationen wie Iran, Senegal und Haiti. Blatter fordert Infantino auf, sich auf den Vertrag zwischen Fifa und den Gastgebern (USA, Mexiko, Kanada) zu berufen, der Visa für alle Beteiligten garantiert. Er glaubt, Infantino könnte seine Popularität steigern, indem er sich gegen Trump positioniert.

48 Mannschaften – ein no-go für blatter

Blatter kritisiert die Auslosung der Gruppenphase erst im Dezember 2025, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Teilnehmer feststehen. Er bezeichnet das als „No-Go“ in der Geschichte der Fifa. Die Erhöhung auf 48 Mannschaften stößt ihm missfallen. Er bemängelt die fehlende Klarheit über die Qualifikation im Vorfeld.

Sicherheitsbedenken und die rolle von ice

Glenn Micallef, EU-Sportkommissar, hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der europäischen Fans geäußert. Die geplante Beteiligung der Einwanderungsbehörde ICE, die in der Vergangenheit für tödliche Vorfälle verantwortlich war, wird kritisiert. Blatter stimmt zu, dass die politische Instabilität und Sicherheitslage in den USA Anlass zur Sorge geben und die WM kritisch hinterfragt werden muss. Er findet, die Situation in Minneapolis sei schlimmer als die Kritik an Katar 2022.

Boykottdebatte und die spieler im fokus

Oke Göttlich, Vizepräsident des DFB, hat eine Debatte über einen WM-Boykott angestoßen. Blatter lehnt einen Boykott ab, da er befürchtet, dies würde zu einem Aufstand unter den Spielern und den über zwei Milliarden Fußballfans weltweit führen. Die Spieler stünden im Mittelpunkt und wollten unbedingt teilnehmen.

Regenbogen-spiel und lgbtq+-rechte

Das geplante „Pride Match“ in Seattle, an dem Iran und Ägypten teilnehmen sollen, stößt auf Widerstand. Blatter schlägt vor, dass Mannschaften, die sich weigern zu spielen, nicht zur WM anreisen sollten, um Platz für andere zu schaffen. Im Iran ist Homosexualität mit dem Tod bestraft.

Trumps drohungen und infantinos unterwürfigkeit

Trump droht Städten, die WM-Spiele zu entziehen, sollte es zu Unruhen kommen. Blatter betont, dass die Fifa sich dies nicht gefallen lassen darf, da der Spielplan feststeht. Er beschreibt Infantinos Verhalten gegenüber Trump als „unterwürfig“ und kritisiert den Friedenspreis für Trump als unverständlich. Infantino würde sich bei Trump einschmeicheln, um dessen Unterstützung zu erhalten.

Abhängigkeit von saudi-arabien

Blatter kritisiert die finanzielle Abhängigkeit der Fifa von Saudi-Arabien, das die Klub-WM mit einer Milliarde US-Dollar finanziert hat und die WM 2034 ausrichten wird. Er verweist auf Infantinos Teilnahme an einem Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Salman in Saudi-Arabien, das zu Verspätungen beim Fifa-Kongress führte.

Infantinos führungsstil und blatters vermächtnis

Blatter beschreibt Infantinos Führungsstil als diktatorisch, der sich von seinen Mitarbeitern abschottet. Er betont, er selbst habe ein reines Gewissen und nie gegen Gesetze verstoßen. Er wünscht sich eine ehrenhafte Verabschiedung vom Kongress, da er sein Amt 2015 zur Verfügung gestellt, aber nie offiziell zurückgetreten oder abgewählt wurde. Er glaubt, dass die Fifa heute nur noch aus Infantino besteht und sich von ihren ursprünglichen Werten entfernt hat.