Wales zertrümmert italiens traum vom historischen triple – 31:17 in cardiff

Cardiff war kein Ort der Geschichte, sondern der Demütigung. Nach dem Rausch von Twickenham lieferte Italien eine erste Halbzeit ab, die sich mit einem Wimpernschlag vor dem historischen 21:0-Debakel rettete – und am Ende blieb nur ein 31:17, das die Squadra Azzurra auf Platz vier zurückwirft.

Wainwrights doppelpack nagelt azzurri ans bretterdach

Zehn Minuten war gespielt, als Aaron Wainwright beim ersten Pick-and-Go durch Ioane, Negri und Zuliani hindurchraste – drei halbherzige Schultertackles, keine Hand am Ball. 26 Minuten später die Kopie: Penalty an der Fünf-Meter-Linie, schnelle Verteilung, Wainwright wieder mit dem Body-Blow ins Ziel. Zwischendrin hatte Dewi Lake die Maul-Variante zum 21:0 abgeschlossen. Dan Edwards verwandelte alles, was sich bewegen konnte – inklusive Drop-Goal nach Wiederanstoß.

Italiens Zahlen nach 40 Minuten: 24 Prozent Ballbesitz, 67 angekommene Tackles – und null Punkte. Gonzalo Quesadas Halbzeitansprache dürfte in der Kabine bis an die Wände geklatscht haben.

Allan und di bartolomeo wühlen nur im trümmerfeld

Allan und di bartolomeo wühlen nur im trümmerfeld

Der Befreiungsschlag kam in der 52. Minute, als Tommaso Di Bartolomeo aus der konsequenten Maul-Rollbewegung heraustrudelte. Danach jagte Tommaso Menoncello drei Gegner und legte für Tommy Allan auf – 19 Punkte in neun Minuten, TMO-Checks inklusive. Doch allein das Bild, wie Louis Lynagh 78 Minuten lang an der Seitenauslinie haarscharf neben dem Ball landet, zeigt: Der Zug war abgefahren.

Cardiff jubelte, weil Wales nach 15 Niederlagen in Folge endlich wieder Sieg songs singen durfte – und weil der „Wooden Spoon“ damit an England weitergereicht wird, falls die Rose heute Abend in Paris leer ausgeht.

Italien verlässt das Millennium Stadium mit dem Gefühl, eine Saison halb verpasst zu haben: historisch gut gegen Schottland und England, historisch schwach, wenn es um die erste Platz drei-Qualifikation seit 2013 ging. Neun Punkte reichen vorerst für Rang vier – doch die Frage bleibt: War der Sieg gegen England nur ein Strohfeuer oder der echte Funke für 2025?