Vingegaard zerstört paris-nizza – und schickt pogacar eine kampfansage
4:23 Minuten. So viel Luft hatte niemand erwartet. Jonas Vingegaard jagt in der Côte d’Azur nicht nur seinem ersten Gesamtsieg bei Paris-Nizza hinterher – er schickt Tadej Pogacar eine Datenschlag in Reinstform. Der Däne dominiert die „Rennen zur Sonne“ von der vierten Etappe an, holt sich zusätzlich Berg- und Punktewertung und zeigt: Der Giro-Plan ist kein Bluff.
Steinhauser springt aufs podest – und befreit sich vom biss
Georg Steinhauser fährt sich mit 24 Jahren in eine neue Existenz. Platz drei, weißes Trikot, 6:07 Minuten hinter Vingegaard – das klingt nach Distanz, ist für ihn aber ein Sieg über sich selbst. Die Borreliose nach dem Zeckenbiss, der Leistungssturz, die mentale Schieflage: alles abgehakt. „Letztes Jahr war eher ein Runter“, sagt er im Ziel, „das hier gibt mir extra Watt.“
Lenny Martinez gewinnt die letzte Etappe, doch die Story des Tages trägt dänische Farbe. Vingegaards Visma-Leopard zieht seit der Bergetappe nach La Cime de la Bonette eine Spur der Verwüstung – 41 Sekunden Vorsprung auf Martinez, 1:47 auf Martinez’ Kollegen Daniel Felipe Martínez. Kein Angriff landet, kein Tempowechsel verpufft.

Der giro-coup: warum vingegaard jetzt italien vor der tour wählt
Der Plan ist so verrückt, dass er funktionieren könnte. Erstmals in seiner Karriere startet Vingegaard den Giro d’Italia – und könnte als erster aktive Fahrer die Triple-Crown aus Tour, Vuelta und Giro tragen. Die Logik dahinter: Frische Form statt Spät-Peak, früher Saisonhöhepunkt statt Sommer-Sprint gegen Pogacar. Nach der Vuelta 2025 ist die Vuelta 2026 kein Muss mehr, der Druck wandert nach Mailand.
Die Zahlen sprechen für ihn: Drei Etappensiege in sieben Tagen, keine einzige Schwächephase, 58 Sekunden Vorsprung vor dem nächsten Verfolger in der Bergzeitfahrt. Wer so früh schon solche Differenzen aufreißt, der spielt nicht – der erfindet das Spiel neu.
Für Pogacar heißt es jetzt: Reaktion oder Risiko. Die Tour de France rückt in 123 Tagen näher, doch wer Paris-Nizza ignoriert, verschenkt psychologische Punkte. Vingegaard hat die Karte offengelegt. Das nächste Duell steigt auf italienischem Asphalt – und es wird verdammt schnell.
