Vickery packt aus: „auf der wta-tour lächeln alle, während sie messer werfen“
Sachia Vickery hat genug. Die einstige Top-100-Spielerin lüftet auf Instagram den Bann und beschreibt die Tour als ein Bühnenstück, in dem Neid und falsche Freundschaften die Hauptrollen spielen. „Total unecht und hinterhältig“, schreibt die 30-Jährige – und trifft damit einen Nerv.
Was hinter den lächeln wirklich passiert
Vickery erzählt von Spielerinnen, die sich nach einem Sieg umarmen, sich aber im selben Atemzug gegenseitig runtermachen. „Spieler und Trainer reden alle nur schlecht übereinander, lachen sich aber ins Gesicht.“ Drei lachende Emojis folgen – ein ironischer Schlusspunkt, der die Heuchelei noch schärfer aufschneidet.
Die Amerikanerin nennt keine Namen, doch das muss sie auch nicht. Jeder, der schon einmal in der Mixed Zone gestanden hat, kennt das Flüstern über vermeintliche Freundinnen, die sich nach dem Match nicht mehr grüßen. Die Tour ist ein Dorf, und Vickery zündelt in der Mitte des Marktplatzes.

Die guten mädels gibt es auch – nur sind es wenige
„Manche Mädels sind aber cool“, schränkt Vickery ein. Sie habe echte Freundinnen, verrät aber nicht, wer. Das ist klug. Denn auf der WTA-Tour zählt jede Allianz, und wer sich outet, steht schnell allein im Käfig.
Ihre Karriere verläuft seit Jahren rückwärts: 2018 noch Nummer 73, heute auf Platz 697 verbannt. Die Australian-Open-Quali war eine Runde, dann war Schluss. Statt Grand-Stände spielt sie ITF-Turniere in verlassenen Hallen, wo die Zuschhner auf Plastikstühlen sitzen und die Preisgelder kaum die Flugkosten decken.
Vickery weiß, dass ihre Worte sie nicht zurück in die Top 100 katapultieren. Aber sie katapultieren sie zurück in die Wahrnehmung – wenn auch nur für einen Tag. Und manchmal reicht das, um sich selbst wiederzufinden. Die Tour mag ein Bühne sein, doch Vickery hat gerade den Vorhang weggerissen. Wer jetzt noch lächelt, hat sie durchschaut.
