Verstappen droht mit rückzug: „ich will spaß, nicht nintendo-f1“

Max Verstappen schleudert die neue Hybrid-Ära der Formel 1 an die Wand – und kündigt schon mal den Ausweg über Nürburgring und Le Mans an. „Ich fahre diese Autos nicht gern“, sagt der viermalige Weltmeister am Rande des China-GPs. Die Spritze sitzt.

Verstappen holt sich rat bei fom und fia

Red-Bull-Pilot Verstappen bestätigte in Shanghai Gespräche mit der Formula One Management und der FIA. Thema: die lahme Show, die die 2026er-Regel schon 2025 auslöst. „Wir arbeiten daran, dass sich alles verbessert“, so der Niederländer – aber seine Stimme klingt, als glaube er selbst nicht mehr daran.

Der 28-Jährige trommelt stattdessen für die 24 Stunden Nürburgring. Dort will er im Mai in einer GT3 starten. „Das ist eine der besten Rennen der Welt“, sagt er und schwärmt vom „old-school-Paddock“ ohne Politik-Geballer. Gemeint: ohne Netflix, ohne PR-Script, ohne Hybrid-Modus-Gejammer.

Die aktuelle Red-Bull-RB21 liegt in der Zeitliste zwei Zehntel hinter Mercedes, vier hinter Ferrari. In Melbourne rutschte er nach einem Quali-Crash auf Platz sechs. „Wenn ich vorne gestartet wäre, hätte ich vielleicht einen Platz gutgemacht. Mehr nicht.“

Red bull ohne antritt, verstappen ohne lust

Red bull ohne antritt, verstappen ohne lust

Die Batterie war beim Start leer, Reifen grainten weg, Aerodynamik passt nicht. „0 % Ladung ist nicht nur langsam, es ist gefährlich“, wettert er. Die FIA prüft, doch Verstappen setzt nach: „Wir haben fast einen Auffahrunfall gehabt.“

Intern reden die Ingenieure von „graining-Krebs“ und „Downforce-Loch im mittleren Abtrieb“. Draußen hört Verstappen Charles Leclerc, der Melbourne mit Mario Kart verglich. Max’ Konsequenz: „Ich hab meinen Simulator gegen eine Nintendo Switch getauscht – mehr Spaß macht das aktuelle Reglement auch nicht.“

Der Vertrag läuft bis 2028, doch Verstappen baut sich schon mal die Brücke. „Ich hab alles erreicht, was ich in der Formel 1 erreichen wollte. Jetzt will ich andere Rennen fahren – und nicht mit 40.“ Sein Vater Jos fuhr einst Tourenwagen, jetzt plant der Sohn die Familientradition neu auf.

Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko schweigt. Die Stopwatch schreit. Und Verstappen? Der schaut schon jetzt Richtung Nordschleife, wo die Karussell-Kurve mehr Biss hat als die aktuelle F1-Regel. Wenn die Zeiten nicht besser werden, wird der Niederländer die Hybrid-Königsklasse verlassen – mit 29, nicht mit 40.