Vc wiesbaden verschläft start und kassiert klare playoff-pleite gegen suhl
Die Haare noch nass vom Aufwärmen, schon lag der VC Wiesbaden am Sonntag beim 1:3 (9:25, 27:25, 17:25, 20:25) gegen den VfB Suhl unter der Räucherhaube. Ein Satz, der alles sagt: 9:25. So brutal offenbarte sich die Sechste gegen die Zweite der Hauptrunde ihre Playoff-Rollenzuteilung.
Satz eins als warnschuss mit folgen
Trainer Dirk Bröker hatte vor dem Viertelfinal-Auftakt noch betont, seine Mannschaft müsse «Mut zeigen». Stattdessen kamen die Hessen wie versteinert aus der Kabine, verloren den ersten Satz mit erschreckender 9-Punkte-Anzeige. «Das war ein Blackout, keine Strategie», sagte ein enttäuschter Kapitän Lina Alsmeier nach Abpfiff. Die Annahme bröckelte, der Angriff fand kein Ziel, Suhls Außenangreiferin Sarah Schneider schlug fünf Assc hintereinander – Rekord in dieser Saison.
Im zweiten Satz schien die Wende greifbar nah. Wiesbaden stemmte sich, holte beim 27:25 sogar einen Satzball zurück und mobilisierte die mitgereisten 200 Fans. Doch statt Schwung setzte erneut Katerstimmung ein. Die Thüringerinnen, angeführt von diagonale Spitzenreiterin Jennifer Janiska (24 Punkte), schraubten ihre Block-Quote auf 55 Prozent – ein Wert, den Statistiker sonst nur aus der Männer-Bundesliga kennen.

Statistik nagt am selbstvertrauen
Die Zahlen sind gnadenlos: Suhl holte in der Vorrunde 48:14 Punkte, Wiesbaden nur 22:40. Im direkten Vergleich steht es nach Sonntag 3:0 für die Thüringerinnen. Für die Hessen bedeutet das: Wer als Siebter in die Playoffs rutscht, trifft auf eine Maschine – und genau das ist der VfB. «Wir haben Suhl nie wirklich geärgert», räumte Co-Trainerin Anna Ramm ein. Besonders bitter: Libero Lena Möllers laboriert an einer Schulterprellung, ihre Einsatzchancen für Spiel zwei stehen auf Messers Schneide.
Der Modus ist klinisch – wer zwei Siege holt, zieht ins Halbfinale ein. Damit bleibt der VC Wiesbaden nur das Heimspiel am Mittwoch, 25. März, 19 Uhr, in der Sporthalle Biebrich. Tickets sind restlos vergriffen, 3.000 Fans wollen eine andere Geschichte sehen. «Wir brauchen einen Ruck, keine Tränen», forderte Bröker und kündigte personelle Umstellungen an. Spekuliert wird über einen Startverzicht auf schwache Annahme-Reihe zwei und den Einsatz der 19-jährige Außenkanonierin Leni Grosch, die in der Regionalliga bereits 42 Aufschlag-Asse schlug.
Die Saison ist nicht vorbei, aber die Lage ist klar: Verliert Wiesbaden auch Spiel zwei, endet der Traum vom Finale vorzeitig. Die Thüringerinnen hingegen können schon am Mittwoch den Sweep perfekt machen – und dann heißt es für sie: Halbfinale, Medaillenkurs, Europacup. Für die Hessen bleibt nur die Erkenntnis: Im Playoff-Modus zählt kein halbes Herz. Wer den ersten Satz verschenkt, verspielt oft die Serie.
