Berliner frauen-fußball versinkt im auswärtsdrama – turbine und viktoria kassieren doppel-k.o.

Zwei Teams, eine Spur der Frustration. Turbine Potsdam und Viktoria Berlin rutschen am 22. März tiefer in die Krise: Beide Frauen-Bundesligisten verlieren ihre Auswärtsspiele, und plötzlich steht nicht nur der nächste Punktverlust, sondern der Abstieg auf dem Spiel.

Die zahlen, die wehtun

Die Turbine kassiert in Meppen das 1:2 und bleibt Tabellen-Zwölfter – auf einem direkten Abstiegsplatz. Viktoria verliert beim SC Sand 1:2 und verpasst den Sprung auf Platz drei. Stattdessen rutschen die Berlinerinnen auf Rang fünf zurück, während Sand die Spitze übernimmt.

Frühe Gegentore prägen beide Partien. In Meppen trifft Anouk Blaschka per Elfmeter bereits in der zehnten Minute, Lea Mauly erhöht in der 20. Minute. Amani Mahmoud trifft zwar noch für Potsdam (77.), doch der Anschlusstreffer kommt zu spät. In Sand sorgt Julia Matuschewski für den 1:0-Schock (10.), Pija Reininger erhöht kurz vor der Pause (45.+2). Nina Ehegötz erzielt zwar den Ehrentreffer (81.), doch Viktoria bleibt chancenlos.

Warum das mehr als nur zwei niederlagen sind

Warum das mehr als nur zwei niederlagen sind

Die Turbine droht erstmals seit der Gründung der Frauen-Bundesliga abzusteigen. Die Berlinerinnen haben nur noch sieben Spieltage, um den Klassenerhalt zu sichern – und das Programm wird nicht einfacher: Nächste Woche gastiert der Tabellenzweite VfL Wolfsburg II im Karl-Lieberknecht-Stadion. Viktoria wiederum muss umdenken: Die Sand-Defensive stand wie eine Betonwand, die eigene Offensive wirkte ideenlos. Trainerin Nina Burger muss ihre Sturm-Reihe neu justieren, sonst verpasst ihr Team die Relegationsspiele zur 1. Liga.

Die Stimmung in beiden Lagern ist auf dem Tiefpunkt. „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen“, sagt Turbine-Kapitänin Annika Wohner nach dem Spiel. „So können wir uns keine Luxus-Minute mehr erlauben.“ Ihre Worte klingen wie ein Weckruf – aber der Wecker tickt laut. Mit jedem vergebenen Punkt wird die Luft dünner.

Die 2. Frauen-Bundesliga wird in dieser Saison zur Zitterpartie für die Hauptstadt. Drei Berliner Teams kämpfen im oberen und unteren Tabellendrittel – und keines ist mehr sicher vor dem Abstieg oder der Enttäuschung. Am Ende könnte genau diese Auswärts-Pleite den Unterschied machen zwischen Hoffen und Hoffnungslosigkeit.