Kwasniok raus! köln zieht nach remis die notbremse
Keine 18 Stunden nach dem 3:3 gegen Gladbach sitzt Lukas Kwasniok schon wieder im Auto – Richtung Ausgang. Der 1. FC Köln hat den Trainer nach sieben sieglosen Spielen in Serie freigestellt. Rene Wagner übernimmt bis Saisonende.
Der krisengipfel dauerte 67 minuten
Am Sonntagmorgen versammelten sich Präsident Werner Wolf, Sportchef Thomas Kessler und Finanzvorstand Carsten Wettich im Franz-Kremer-Stadion. 67 Minuten später war klar: Kwasniok muss gehen, Co-Trainer Frank Kaspari ebenfalls. Die Entscheidung fiel einstimmig, heißt es intern. Sie fiel, weil die Tabelle lügt nicht: Platz 15, nur zwei Punkte Vorsprung auf Relegation, Torverhältnis 22:34.
Kwasniok war erst im Sommer von Paderborn gekommen, unterschrieb bis 2028. Der Start verhieß Großes: Sieg gegen Bayern, Pokal-Auftaktsieg in Babelsberg. Doch dann rissen die Fäden. Seit dem 3:0 gegen Darmstadt am 14. September holte Köln nur noch vier Punkte aus 14 Spielen. Die letzten beiden Heimspiele endeten 0:4 (Union) und 3:3 (Gladbach), wobei Köln zweimal einem Rückstand hinterherlief.

Wagner kennt den modus, nicht die bundesliga
Rene Wagner, 52, war bisher Chef-Co. Seine letzte Solo-Laufbahn endete 2018 bei Wattens in der österreichischen zweiten Liga. In Köln kennt er jeden Handwerker, jeden Nachwuchsspieler, jeden Frustfaktoren-Chat. Er bekommt nun 13 Spiele Zeit, den Klub vor dem Abstieg zu bewahren. Erste Aufgabe: Samstag in Leipzig, wo Köln seit acht Jahren nicht mehr gewann.
Die Spieler reagierten betreten. Kapitän Florian Kainz sagte nach dem Gladbach-Spiel noch, man „stehe voll hinter dem Trainer“. Intern sickerte durch, dass sich Teile der Mannschaft inzwischen über zu viele taktische Experimente beschwerten. Kwasniok wechselte in 21 Partien 64 Mal die Startformation. Die Defensive zeigte sich überfordert mit dem permanenten Umstellungskino.
Für Kwasniok bleibt eine Abfindung in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro hängen. Der Vertrag hatte keine Ausstiegsklausel für den Abstieg. Der Klub spart aber die Gehälter von Kwasniok und Kaspari bis 2028 ein – Geld, das in einen neuen Coach fließen soll, sollte Wagner die Rettung nicht schaffen.
Die Fans reagierten gemischt. Auf Twitter trendete #KwasniokRaus seit Tagen, in den Fangruppen auf WhatsApp hieß es nun: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Die nächsten Wochen entscheiden, ob der 1. FC Köln zur Traditions-Retter-Klub-Maschinerie wird – oder doch nur zum nächsten Abstiegskandidaten mit Vereinslogo.
